Dienstag, 28. November 2017

Schenken...

Da ist sie nun (fast): die Vorweihnachtszeit.  Die Zeit, der Gemütlichkeit, der Besinnlichkeit, der Plätzchen...und des schenkens. Ich schenke für mein Leben gern. Und das auch schon immer. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich als Kind für meine Eltern zu Weihnachten noch mehr als sonst eifrig gebastelt habe, wie ich als Teenie mein Taschengeld gespart habe, um meiner Schwester und meinen Eltern an Weihnachten etwas kaufen zu können. Habt ihr auch noch solche Erinnerungen?

Also ich schenke gern. Das hat sich nicht geändert. Und seit ich eine eigene Familie habe, beschenke ich diese natürlich am allerliebsten. ABER:

Mein Mann und ich haben letztes Jahr beschlossen, uns nichts zu Weihnachten zu schenken.  Und das machen wir dieses Jahr genauso. Im Wesentlichen liegt das an 3 Gründen: 
1. Wenn wir beide ehrlich sind, haben wir schon alles. Oder alles, was wir brauchen. Und wenn wir was möchten, kaufen wir es uns. 
2.: mein Mann hat bereits im Januar Geburtstag und das hat mich immer vor eine enorme Herausforderung gestellt. Wenn ich grade froh war, dass ich etwas schönes zu Weihnachten gefunden hatte, musste ich schon bald darauf wieder etwas zum Geburtstag suchen und zwar nicht nur das was ich schenke; Familie und Freunde fragen ja auch permanent nach Tipps. Und die Tatsache dass mein Mann immer sagt, er wünsche sich den Weltfrieden (den es bekanntlich leider nicht an jeder Ladentheke zu kaufen gibt), macht das ganze auch nicht einfacher. 
3. : wir schenken uns ohnehin das ganze Jahr über immer mal etwas. Wenn einer von uns zufällig was sieht, das passt, dann wird das halt geholt und gleich geschenkt. Wir brauchen dafür keine besonderen Tage wie Weihnachten, Valentinstag oder so. Und mit schenken meine ich nicht nur materielle Dinge. Am Samstag zum Beispiel war mein Mann überraschenderweise mit unseren Kindern den ganzen Tag unterwegs; alle drei haben mords geheimnismässig getan...und egal ob diese Geheimnistuerei mit einer Überraschung für mich zu tun hat oder nicht: für mich war das allerschönste und wertvollste die freie Zeit, die ich hatte und so nutzen konnte, wie ich gerade wollte. Jede Mama weiß,  was ich meine 😉.  

Jo. Also schenken wir beide uns nichts, ABER: wir haben ja Kinder und meinen beiden mache ich natürlich am allerliebsten auf der Welt eine Freude. Zu sehen wie sie sich freuen und strahlen ist das allertollste überhaupt. Doch hier beginnt meine Bredouille. Denn genau wie wohl die meisten Eltern wollen auch wir, dass unsere Kinder geschenkemässig nicht zu sehr verwöhnt werden, dass sie sich auch über Kleinigkeiten freuen, nicht alles als selbstverständlich nehmen und es wertzuschätzen wissen, wenn sie etwas bekommen. Konkret bedeutet dies, dass wir es schon immer so gehandhabt haben, dass unsere Kinder zu Weihnachten "nur" ein - maximal zwei Geschenke bekommen. Zugegeben klappt das nicht immer ganz (wir haben ja keinen Einfluss darauf, ob unsre Freunde oder die Nachbarn nebenan eine Kleinigkeit schenken). Aber was uns auf jeden Fall bisher immer geglückt ist  ist, dass es am Heiligabend nie eine "Geschenkeflut" gab. Die Vorstellung, dass die Kids in einen Auspack-wahn verfallen, ein Geschenk nach dem anderen aufreissen ohne das ausgepackte überhaupt mal genauer angeschaut zu haben, immer auf der Suche nach einem neuen Paket...übel - ihr wisst schon was ich meine, oder?

Solange Kinder kleiner sind, ist das mit Thema "überschaubare Geschenkeanzahl" noch ganz einfach zu realisieren. Sie haben da ja auch noch keine speziellen Wünsche... aber je älter sie werden (und meine beiden sind schon in dem Alter), äussern sie sich schon konkreter. Dieses Jahr ist es trotz Spielzeugkatalogen und sonstigen "Inspirationsquellen" aber dennoch recht einfach für uns, denn unsere Kids haben jeweils nur einen Wunsch (für ein Spielzeug von Playmobil). Und es gibt tatsächlich nur das zu Weihnachten - wie gesagt, dieses Jahr einfach, da wir ja wissen, dass wir damit auf jeden Fall ins Schwarze treffen. Am Geschenk beteiligen sich die Paten und die Grosseltern. Somit bleibt dieses Jahr unser finanzieller Beitrag hierzu recht überschaubar. Aber, ich schenke doch soooooo gerne. 

Und genau deshalb bekommen unsere Kinder einen selbstgemachten Adventskalender. Meinem Mann mache ich jedes Jahr einen, seitdem wir zusammen sind. Und als unsere Tochter 3 war,  hat sie dann auch einen bekommen. Unser Sohn hatte letztes Jahr zum ersten mal einen. Versteht mich nicht falsch, ich bin grundsätzlich gegen die ganze Kommerzflut. Der Grund, weswegen meine Familienmitglieder einen Kalender bekommen  ist ganz einfach der, dass ich gerne Freude schenke. Und was unsere Kinder betrifft, wollte ich auch dadurch eine Möglichkeit schaffen, den Zulauf an Süssigkeiten besser steuern zu können (meine Kids haben zwar glücklicherweise überhaupt keine "Figurprobleme" und sind recht zierlich gebaut). Das finde ich in der Weihnachtszeit tatsächlich nervig. Überall Süsses den ganzen Tag über...und was "richtiges" essen gerät dann oft ins Hintertreffen. Und so sind tatsächlich recht wenige Süssigkeiten in den Kalendern meiner Kids drin. 

Was ist aber dann drin? Dieses Jahr sind es zum Beispiel Stifte, kleine Autos, Kartenspiele, Pixi-Bücher (auch mal grössere Bücher, die dann beide zusammen bekommen), kleine Bastelutensilien, Haargummis, Playmobilfiguren, kleine Puzzles oder auch ganz praktische Sachen, wie schöne warme Strumpfhosen, Reithandschuhe usw. Klar ist auch, dass ich sicher - ganz sicher - günstiger gefahren wäre, wenn ich einfach einen fertigen Kalender (zum Beispiel von Playmobil) gekauft hätte. Und ja, dieses Jahr sind tatsächlich auch die ein oder anderen grösseren Päckchen dabei. Aber was mein Budget betrifft fällt das in diesem Monat gar nicht groß ins Gewicht,  denn ich habe die Dinge das ganze Jahr über in einer Kiste in meinem Schrank (🙊) gesammelt und bin so auch dem Stress,  schnell noch 48 Kleinigkeiten zu besorgen ganz elegant aus dem Weg gegangen 😊(das hatte ich mir nach dem letzten Mal vorgenommen und echt durchgezogen- was mich selbst ein bisschen stolz macht)...und nun bin ich ganz gespannt,  wie die Kalender ankommen und freue mich selbst schon wie ein Kind... 


     

Und noch eine kleine Bemerkung zum Thema schenken: mir ist es sehr wichtig, dass unsere Kinder wissen, dass nicht alle Kinder dieser Welt dieses Leben führen können und genug zum Leben haben (geschweige denn Geschenke). Und deshalb machen wir seit ein paar Jahren auch immer bei der Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" mit - mir gefällt diese Aktion gerade deshalb, weil man aussuchen kann,  ob man einen Jungen oder ein Mädchen beschenkt und wie alt das Kind ist. Dadurch wird es für meine Kids auch greifbarer. Meine beiden sind da immer sehr engagiert dabei und es ist immer wieder schön zu sehen,  wie sie sich Gedanken machen - zum einen darüber, was das Kind freuen könnte und zum anderen darüber, wie es wohl lebt, wie der Alltag aussieht und was es hat - oder nicht...

Meine Tochter zum Beispiel hat sich für ein Mädchen tolle Stifte ausgesucht. Die wollte sie eigentlich selbst haben. Und als ich ihr sagte, dass ich diese (etwas teureren Stifte) aber nicht zweimal kaufe, hat sie überlegt und mir dann gesagt:"Ach weisst du was, Mama? Ich hab doch eigentlich schon viele schöne Stifte und das Mädchen freut sich bestimmt ganz doll darüber...also soll sie diese Stifte bekommen." Mir als Mama ging schier das Herz auf und ich fand das wirklich sehr berührend. Und egal, ob ihr von der Fraktion seid "Kommerzflut nein danke" oder " Weihnachten ist zum schenken da" - solange meine Kids so denken und auch mal uneigennützig handeln - finde ich, haben wir bislang alles richtig gemacht...😊

Dienstag, 21. November 2017

Winter

Da ist er nun also. Am Sonntag morgen gab es ein weißes erwachen. Untermalt von dem lieblichen unaufdringlichen surren der Schneefräse unseres Nachbarn. Ja, Winter. 

Willkommen,  du Jahreszeit in der...

laufende Nasen an der Tagesordnung sind und Erkältungen ihren Staffellauf durch die Familie ziehen (aktuell ist mein Sohn dran und ich fürchte, das wird eine richtig heftige Nacht für mich 🙈)

❄ Der Wecker eine Stunde früher schrillt, weil draussen das Auto und alles sonstige freigeschaufelt werden muss, nur um dies (bei richtigen Schneeschauern) dann fortan allen 2 bis 3 Stunden zu wiederholen

❄ mir noch mehr als sonst bewusst wird, was für ein verfrorener Kauz ich doch bin

❄ es keinen Spass macht, wenn man kleine Kinder und Zeitdruck / Termine hat (oder wem macht es Spass,  Kids schneetauglich anzuziehen - und wenn dann alles fertig ist, irgendein Kind dann doch noch plötzlich schnell aufs Klo muss...grrr)

❄ Autofahren eher einem kleinen Abenteuer (komme ich den Berg jetzt hoch / heile runter) oder Schlitterfahrt gleicht und eben nicht lustig ist 




Willkommen, du Jahreszeit in der...

❄ Tee, heisser Kakao, Glühwein und Plätzchen so gut schmecken wie sonst nie im Jahr

❄ Besinnlichkeit Einzug hält mit Kerzenschein, besinnlichen Liedern...

❄ ein Spaziergang an dieser klaren kalten Luft unendlich gut tut

❄ die Kids zufrieden und mit hochroten Wangen vom spielen und toben draussen rein 
kommen 

❄ es so viele Spielmöglichkeiten draussen gibt ohne dass es unbedingt weiteren Spielsachen bedarf (Schneemann bauen,  Schneeballschlacht, Spuren lesen und so weiter)

❄ mir persönlich dekorieren so viel Spaß macht wie sonst nie im Jahr (und ich dekoriere wirklich sehr gern). Und in der ich jedes Jahr aufs neue wieder neue Deko einkaufen gehe (ungeachtet dessen, dass ich die komplette Nachbarschaft mit Deko eindecken könnte - meint mein Mann...ich nicht 😉)

❄ man sich im Idealfall - abseits vom Vorweihnachtstrubel - wieder auf das wirklich wichtige besinnt: Familie,  Freunde,  zusammen sein...

❄ mindestens ein Besuch eines Weihnachtsmarktes unbedingt dazugehört   

❄ ich bastle, werkle, organisiere - DIY eben - um anderen und mir eine Freude zu machen

UPS! Jetzt hab ich doch glatt mehr schöne Punkte für den Winter gefunden als schlechte...und das als Sommerfan...also echt. Sowas...😉 



Samstag, 18. November 2017

Unser Familientrip nach Schottland

Nun ist es schon knappe zwei Wochen her, seitdem wir in Schottland waren. Und - oh Schreck - schon über die Hälfte des Novembers ist vorbei und ich habe noch nicht einmal diesen Monat was gepostet - wie böse von mir...😉.  Dabei hatte ich Euch ja einen kleinen Urlaubsbericht versprochen und tatsächlich war es sehr schön in Schottland,  sodass ich auch sehr gerne an diesen Trip zurückdenke...ABER: 

Nach unserem kleinen Urlaub bin ich irgendwie vom Alltag und anstehenden Terminen etc. völlig überrumpelt worden. Und ich hatte echt Mühe,  alles unter einen Hut zu kriegen und v.a. nichts zu vergessen. Und mir ist echt bewusst geworden, wie oft und sehr ich in meinem Alltag fremdbestimmt bin. Durch meine Kinder (natürlich) , durch Freunde und Familie (für die ich irgendwas erledige, helfe etc.), durch zahlreiche Termine in meiner Arbeit (wer kennt das nicht, den Vorweihnachtsstress beruflicher Art, weil natürlich zum Jahresende hin wieder alles mögliche am besten schon gestern erledigt oder erfolgt sein sollte). Und ja, die letzten Tage waren tatsächlich so heftig, dass ich oft das erste Mal am Tag 15 Minuten einfach dasitzen und relaxen konnte,  als es schon weit nach 22 Uhr war - ECHT!!! Und meistens habe ich dann tatsächlich etwas (für mich eher atypisches gemacht): gar nichts 🙊. Nicht gelesen,  nicht genäht, nicht gepuzzelt, nichts. Nicht mal gross im Internet oder Instagram gesurft und nicht mal wirklich TV gesehen. Ich hoffe ja so sehr, dass es da draussen jemand gibt, der diese Situationen oder Phasen kennt...so sehr! Na ja. So langsam - LANGSAM - bin ich aber wieder Herrin der Lage und habe daher bescnlossen, dass ich nicht ein weiteres Wochenende verstreichen lassen möchte, ohne Euch von Edinburgh und Schottland zu erzählen. Ich hoffe ihr habt Zeit, dies wird kein kurzer Beitrag...

Wie es dazu kam, dass es uns in den einwöchigen Herbstferien nach Edinburgh verschlagen hat, habe ich ja bereits berichtet (im post "Fernweh" - leider habe ich immernoch keinen blassen Schimmer,  wie man etwas verlinkt...vielleicht erbarmt sich ja mal jemand, mir das beizubringen). Die Wochen vor unserem Kurzurlaub waren geprägt von Vorfreude, einlesen mittels Reiseführern, Überlegungen was wir machen wollten oder sehen wollten usw. A propos Reiseführer. Ich hatte mir drei Reiseführer zugelegt: 

1. Von Merian "Edinburgh" - einen klassischen Stadtführer. Er ist ganz o.k. und erfüllt seine Aufgabe, jedoch hatte ich speziell diesen gekauft, weil darin stand, dass es extra Familientipps gibt. Die fallen - für meinen Geschmack - aber eher spärlich aus. Also was das betrifft: erwartet nicht zu viel. 

2. Den ADAC-Reiseführer für ganz Schottland.  Den finde ich recht gut.  Er beinhaltet viele Infos über ganz Schottland, auch über Edinburgh, aber nicht ganz so detailliert (ist ja kein spezieller Führer für Edinburgh) und die Karte über ganz Schottland ist wirklich sehr gut und vermittelt einen tollen Überblick, sicher auch besonders gut für Autofahrer. 

3. "Outdoor  Regional" - ein Wanderführer für die schottischen Highlands. Und auch wenn wir dieses Büchlein  dieses Mal (denn es wird sicher ein weiteres Mal geben, an dem wir Schottland besuchen) nicht wirklich gebraucht haben, finde ich es sehr gut und wirklich lohnenswert. Es ist sehr übersichtlich nach Regionen in Schottland gegliedert, ebenso nach allen wichtigen Infos wie Länge der Strecke , Schwierigkeitsgrad und voraussichtliche Dauer  und (ganz besonders toll für Familien) ob es für Kids interessant ist / interessante (Zwischen-)Ziele gibt und für Kids machbar oder zu schwierig ist. 

So. Und nun zu unserem Trip. In den Büchern und auch im  Internet hatte ich gelesen, dass Edinburgh zwar weltbekannt ist, dabei aber eher das Flair einer Kleinstadt hat. Den Eindruck hatte ich auch. Und der hat sich bereits am Flughafen bestätigt. Denn das war so relaxt dort. Und der Flughafen ist eher klein und übersichtlich - zumindest soweit ich das beurteilen kann und empfunden habe. (Nebenbei:der Flughafen in Basel - von uns aus sehr gut zu erreichen - ist mein persönlicher Lieblingsflughafen. Übersichtlich,  nicht überfüllt und bereits bei der Ankunft dort sehr entspannend). Wir sind mit der öffentlichen Buslinie "Airlink" in die Stadt gefahren (der Transfer dauert etwa eine halbe Stunde) und die ist echt zu empfehlen. Sehr preisgünstig und v.a.: es gibt einen übersichtlichen Bildschirm, in dem die (nächsten) Haltestellen aufgezeigt sind UND die entsprechenden Hotels genannt und angezeigt werden, die von der Haltstelle aus zu erreichen sind. Und es gibt noch einen extra Bildschirm für Taubstumme - also ich finde besser geht's nicht! Es kann sein, dass vielleicht manche diese Infos gar nicht interessieren, aber ich habe mir überlegt, solche Infos miteinfliessen zu lassen für den Fall, dass diese der ein oder andere liest, der eine Reise dorthin vorhat oder mal (irgendwann)machen will. Und da finde ich es ganz nützlich,  das hier nachlesen zu können und sich nicht extra auch darüber den Kopf zerbrechen zu müssen. 

Wir haben im Hotel "Citiroomz" gewohnt. Es ist ein sehr nettes, schlichtes Hotel.  Wer ein grosses Hotelzimmer erwartet, wird anderweitig sicher besser beraten sein, aber für uns war es völlig in Ordnung.  Es ist ein typisch englisches Hotel mit vielen verwinkelten Gängen und wir hatten dort ein Familienzimmer (Elternbett unnd Stockbett sowie natürlich ein Badezimmer). Alles ist sehr zweckmäßig eingerichtet (also kein Luxus -  was für uns aber auch überhaupt nicht wichtig war, wir haben da ja nur geschlafen) und sehr sauber (was uns widerrum wichtig ist). Meine Kids sind gleich beim Anblick des Stockbetts in Jubel ausgebrochen, erster Erfolg also 😂. Und das Hotel liegt tatsächlich sehr zentral. Der Airlinkbus hält direkt davor (und fährt von dort auch wieder ab), direkt gegenüber befindet sich ein Supermarkt und eine Apotheke und ein echt uriges, original schottisches Gasthaus mit leckerem Haggis und Bier aus Glasgow😉. Und es sind nur etwa 100m bis zu Princess Street - einer der Hauptstraßen. 

Nachdem wir also im Spätnachmittag in unserem Hotel ankamen, haben wir den Abend gemütlich in dem genannten Gasthaus ausklingen lassen. 

Am nächsten Tag sind wir gleich morgens los und haben uns DIE Sehenswürdigkeit Edinburghs  - "Edinburgh Castle " angesehen. Es gibt Explorer Pässe (von verschiedenen Anbietern), die sich sicher bei einem längeren Aufenthalt in diesem Land rentieren, wir jedoch haben uns diese nicht angeschafft.  Mit diesen Pässen kommt man angeblich schneller durch die Kassen. Jedoch hat das Castle ab 9.30 Uhr geöffnet und meiner Meinung nach ist es tatsächlich sinnvoll sich morgens dorthin aufzumachen. Der Andrang ist einfach geringer und ehrlich gesagt mussten wir gar nicht gross anstehen, denn es gibt dort 6 (oder 8?) Kassen, sodass es echt rasch vorangeht. Und das Castle selbst ist tatsächlich sehr weitläufig sodass man auch nirgends im Pulk durchgeschleust wird, sondern sich völlig frei bewegen kann. Sehr angenehm. Und auch, wenn der Eintrittspreis für uns drei (unser dreijähriger Sohn war frei) über 50€ gekostet hat ist diese Investition wirklich lohnenswert. Es gibt unendlich viel zu sehen. Und wer will, kann sich - so wie wir - Audioguides  ausleihen. Die Handhabung ist sehr einfach und man bekommt anschaulich viel erklärt. Nach Edinburgh Castle (von dem man übrigens auch einen schönen Blick auf die Stadt hat) sind wir auf einen anderen schönen Hügel der Stadt "Calton Hill". Dort stehen ein paar unvollendete Bauten, die griechisch aussehen. Und die werden "Der Stolz und der Scharm Edinburghs " genannt. Und zwar deshalb, weil diese Bauten nicht vollendet wurden - weil das Geld ausging. Dabei sollte es Edinburgh als das Athen des Nordens repräsentieren.  Ein tolles Gelände. Die Kids konnten rennen und toben und auch auf die Säulentreppe klettern, nach allen Richtungen hat man einen schönen Rundumblick und nebenbei haben wir einen echt talentierten jungen Schotten mit seiner E-Gitarre kennen gelernt, der - wie wir dann im Gespräch erfahren haben - sogar ein paar Jahre gar nicht weit von uns gelebt hat (also echt, wie klein die Welt ist) und der nun mit seiner deutschen Freundin in  Edinburgh wohnt. 









Der zweite Tag ging leider nicht so toll los- wie der vorige geendet hatte. Meine Blasenentzündung war zurückgekehrt und zwar so stark, dass ein Arztbesuch unumgänglich war. Also habe ich meine Familie frühstücken lassen und habe mich aufgemacht zur nächsten Arztpaxis der "West end Medical Praxis ". Dort wurde ich sehr nett empfangen, musste aber - aufgrund hohem Andrang 1,5 Stunden warten (aber was macht man nicht alles, wenn es einem schlecht geht). Die Ärzte (ich habe sechs gezählt) waren allesamt erst mal nicht als solche zu erkennen (keine weissen Arztkittel, sondern ganz "zivil"), haben einen mit Vornamen angesprochen und sich selbst auch mit dem eigenen Vornamen vorgestellt. Ich wurde von Kirsten (MacDonald - ganz im Ernst) behandelt und bald ging es mir auch besser. Als ich dann im Hotel ankam, war es bereits später Vormittag. Wir machten uns auf zu "Dynamic earth", einem ganz tollen Museum. Dort wird gezeigt, wie die Erde entstanden ist und wie vielfältig sie ist. Zum Beispiel gibt es einen Raum mit Vulkanausbrüchen, wo der Boden wackelt. Es wird auf riesigen Bildschirmen die Galaxie gezeigt, der Urknall gezeigt und so weiter. Es gibt einen Raum mit den ersten Lebewesen (auch ein paar Dinos sind später dabei - zur Begeisterung meines Sohnes), es gibt einen Raum, die die Antarktis zeigt. Dort ist es sehr kühl , denn es gibt dort einen echten Eisberg. Man kann den anfassen - echt toll! Es gibt ein 4D-Kino mit einem Kurzfilm, der uns  allen Spaß gemacht hat. Kurzum: sehr empfehlenswert - v.a. für Schulkinder. Unserem Sohn hat es auch gefallen, aber so wirklich verstanden hat er es wohl nicht. Meine sechsjährige Tochter hingegen fragt mich immernoch das ein oder andere darüber. Danach war es früher Nachmittag und da das Museum sich fast direkt am Fuss des Berges "Arthurs Seat" befindet, haben wir uns spontan zur Besteigung desselbigen aufgemacht. Ein (anfangs breiter)Weg führt dort hoch und es gibt verschiedene Wege mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Gutes Schuhwerk ist selbstredend immer gut (wir alle hatten unsere Wanderschuhe an). Und wir sind da tatsächlich bis ganz nach oben gekraxelt (weil die letzten 20 Höhenmeter gab es tatsächlich keinen Weg, sondern Gestein das ein bisschen Klettergeschick erforderte) und es war sehr windig. Aber auch sehr schön. Deshalb, weil a) wieder eine mega Aussicht - wahrscheinlich die beste, b) weil wir sehr stolz auf unsere taffen Kids waren und sie selbst auch sehr stolz auf sich und c) weil es eine ganz tolle Stimmung da oben war und ein ganz tolles, mystisches Licht, wie es in der Dämmerung in Schottland ohnehin ist und da oben ganz besonders. Ja, Dämmerung und deshalb mussten wir uns dann auch rasch wieder an den Abstieg machen um heil wieder nach unten zu kommen. 





Unser dritter Tag in Schottland hat uns nach Stirling geführt. Wir sind mit dem Zug gefahren, der a) nicht teuer und b) sehr zentral in Edinburgh abfährt. Die Fahrt hat etwa 45 Minuten gedauert. In Stirling steht ein weiteres schönes Schloss, das zum Teil original und zum Teil liebvoll restauriert ist. Maria Stuart hat dort ihr einziges Kind geboren. Auch da gab es wieder eine Audioguide und vieles, vieles zu sehen. Kleine Anekdote nebenbei:  während wir so durch das Schloss liefen, rief uns unsere Tochter auf einmal und beschwerte sich, weil wir ihrer Meinung nach zu schnell durch die Räume liefen und sie erst mal in Ruhe alles fertig hören wollte, bevor es weiterging...😄. Wir sind danach noch gemütlich durch Stirling, ein schönes adrettes Städtchen, geschlendert und danach wieder zurück nach Edinburgh zum schlendern und bummeln.  By the way: zum shoppen eignet sich Edinburgh meiner Meinung nach eher weniger. Es gibt die bekannten grossen Ketten (die es überall gibt und für die man nicht extra nach Edinburgh reisen muss) und sehr viele Souvenir, Whisky und Kaschmir- Läden. Da ich selbst in meiner Jugend jedes Wochenende in einem Souvenirladen gejobbt habe, bin ich wahrscheinlich ein bisschen gebrandmarkt und dem vielen Kitsch überdrüssig. 




Am nächsten Tag sind wir nach North Berwick, das östlich von Edinburgh an der Küste liegt und in 30 Minuten per Zug erreichbar ist. Dort sind wir erst mal ausgiebig am fast menschenleeren Strand spazieren gegangen (für uns Schwarzwälder ist das Meer und Strand einfach immer ein Highlight - egal bei welcher Wetterlage oder Jahreszeit). Danach haben wir uns das Seabirdcenter angesehen. Dort kann man Seetölpel beim ausschlüpfen beobachten und per Fernrohr zum "Bass rock" einem Vulkanfelsen mitten im Meer und die größte Brutstätte der Welt von Seetölpeln sehen. In einem original kleinen englischen Tea Room haben wir uns anschliessend aufgewärmt und sind ein bisschen in North Berwick gelaufen. Dieses Städtchen fand ich sehr süß.  Überall kleine Läden mit Besonderheiten,  die es nicht überall / von der Stange / Fliessband etc. gibt. Natürlich konnte ich an einem kleinen Dekolädchen nicht vorbei gehen (unsere Kids haben übrigens im Seabirdcenter kleine Stofftiere bekommen - sie haben ja gaaaarrr keine) und habe mir etwas Weihnachtsdeko als Erinnerung mitgenommen. Im Süssigkeitenladen kam ich mir vor wie bei Pippi Langstrumpf.  Dort gab es Bonbons in riesigen Glaskaraffen. Und die Nugattoffees, die uns die liebe Maggy verkauft hat, haben die Einreise nach Deutschland leider nicht mehr erlebt 🙊. Es war ein wunderschöner, relaxter Tag und unsere Kids waren - sicher auch durch die gute Seeluft - abends vollends müde - und zwar nicht auf die quengelige Art, wie man mutmaßen könnte,  sondern total entspannt. Wir Eltern übrigens auch.






An unserem letzten Tag haben wir morgens noch das National Museum of Scotland besucht, dessen Eintritt nebenbei gesagt kostenlos ist. Und es ist echt empfehlenswert. Es hat mehrere Abteilungen (Tiere - mit einem echten Tyrannosaurus Rex-  Skelett, eine Technikabteilung mit ganz vielen Mitmachsachen für Kids, eine Weltallabteilung, eine Royalabteilung  eine Eisenbahnabteilung und vieles mehr.  Von der frei zugänglichen Dachterrasse hat man übrigens einen ganz tollen Ausblick. Auch sehr lohnenswert,  dieser Besuch. 





Mein Fazit? Edinburgh und Schottland war sehr schön! Klar, Eintrittspreise, Verpflegung etc. kosten etwas und sicher gibt es auch günstigere Ausflugsziele, aber das wussten wir ja vorher und haben das miteinkalkuliert - weil es uns das einfach wert war. Mein persönlicher Wermutstropfen ist, dass wir nicht in die "richtigen" Highlands gefahren sind. Wir haben uns dagegen entschieden, da wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln mindestens 6 Stunden für Hin- und Rückfahrt gebraucht hätten und unsere Kids dafür wohl tatsächlich zu klein sind, um das entspannt und gerne mitzumachen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.  Wir hatten eine tolle Familienzeit dort. Die Schotten haben uns sehr herzlich empfangen, alle waren sehr freundlich (und sehr kinderfreundlich), bis vielleicht die Mitarbeiterinnen der Touristinfo, die etwas gelangweilt, und nicht ganz so hilfsbereit rüberkamen. Alle anderen waren echt top. Vielleicht es so wie überall:  es kommt oft darauf an, wie du anderen begegnest. Ein AHA- Effekt war, wie sehr unsere Kinder interessiert waren. Ich hatte mir schon gedacht, dass sie sich für Burgen und Museen interessieren. Aber wie sehr...wie wissbegierig sie sind und wie viel Spaß und Ausdauer sie hatten war für mich persönlich schon sehr beeindruckend. Und auch, dass sie ganz offensichtlich in der Lage sind, den Moment zu geniessen und auszukosten.  Sei es beim andächtigen lauschen des Musikers auf Calton Hill,  sei es in den Burgen und Museen, sei  es nach der Erklimmung von Arthurs Seat.  Das finde ich ganz ganz toll, macht mich unglaublich glücklich und stolz, weil ich persönlich das eine ganz wichtige Eigenschaft finde und viele Erwachsene das heutzutage gar nicht mehr können oder erst neu erlernen müssten. Innehalten. Stehen bleiben. Staunen. Wir hatten wie gesagt eine ganz tolle, gemeinsame Familienzeit miteinander und haben nun viele, neue, gemeinsame Erlebnisse, die uns keiner mehr nehmen kann. Genau das war unsere Intension mit diesem Trip. Was neues sehen und erleben, fernab vom hektischen Allltag. Nur wir vier - gemeinsam. Danke Schottland für diese tolle (Aus-)Zeit 😗! 

Sonntag, 29. Oktober 2017

Entspannung und Tschüss Oktober und Hi November!

Also echt...geht es euch auch so, dass der Oktober dieses Jahr besonders schnell vorbeigerauscht ist? Ich frage mich gerade, wo denn die Zeit geblieben ist - das war ja erschreckend schnell! 

Und während ich im Oktober gar nicht zum nähen gekommen bin (wegen anderer Dinge - siehe u.a. den vorherigen post...), möchte ich noch wenigstens einen post noch realisieren, den ich Ende September angekündigt hatte: einen zum Thema "Entspannung". 

Entspannung wird heutzutage ja groß geschrieben  - sei es als "abschalten" vom stressigen Alltag, als Auszeit, als Freizeitgestaltung und - Beschäftigung (die entspannend wirkt)...

Beim genaueren drüber nachdenken, ist mir aufgefallen, dass ich mich mit dem Thema "Entspannung" für einen Blogbeitrag gar nicht so leicht tue. Es gibt Themen, die fallen mir unglaublich leicht, da sprudeln die Worte, Texte etc. nur so raus und dann gibt es andere - wie diesen hier. Ich weiss auch ehrlich gar nicht, woran das eigentlich liegt, aber ich glaube, ein Grund könnte sein, dass ich ganz oft eher "unbewusst" entspanne. Ich sage nie "so, jetzt entspanne ich mal" oder "jetzt tue ich mal was entspannendes"...

Was definitv ist:

Ich entspanne heute noch genauso, wie ich es früher - noch bevor ich Mutter wurde - getan habe. Mit vielleicht der Ausnahme,  dass ich nicht immer so viel Zeit wie früher habe. Dafür habe ich aber auch jetzt 2 Kids, die mich immer fordern und der Grund sind, warum ich für mich selbst oft wenig Zeit habe...ABER: es sind auch die beiden Menschen, die mich jeden Tag glücklich machen, die meinen Alltag wertvoll machen, die mich zum staunen und lachen bringen und die beiden Menschen,  mit denen ich wahnsinnig gerne zusammen bin und meine Zeit verbringe. Und es kann echt unglaublich entspannend sein, einfach nur gemeinsam zu spielen und darüber die Zeit zu vergessen! 

Also, aber nun: wie entspanne ich? Ich glaube, bei mir gibt es nicht den einen bestimmten Weg. Mich interessiert viel, ich habe an vielem Spaß und daher mag ich mich auch da gar nicht festlegen. Meine Art zu entspannen, hat eher damit zu tun, dass ich das, was ich dann gerade tue, vollkommen geniesse und alles dabei vergesse, mich ganz darauf vertiefe und den Moment bewusst lebe.

Worin/wobei ich mich vertiefen kann, ist ganz klar: nähen, ein gutes Buch, ein tolles Gespräch, schöne Musik oder Filme, kreativ sein, beim puzzeln (ein Foto von meinem erst frisch fertig gestellten 2000er-Teile-Puzzle seht ihr unten) zusammen sein mit meiner Familie und Freunden,  oder auch tatsächlich mal eine Auszeit - bei einem schönen Abend mit meinem Mann zu zweit, mit Freunden und Freundinnen, beim tanzen, singen, oder (ganz klassisch) einer Wellnessbehandlung...es gibt so unendlich viele tolle Dinge,  die gut tun, die Spaß machen und die Gott-sei-Dank zu meinem Leben gehören.  

Der aufmerksame Leser wird nun gleich gemerkt haben, dass ich nichts mit Sport erwähnt habe. Und ja, ich bin tatsächlich eher ein Sportmuffel...dabei ist Sport erwiesener Maßen ideal um Stress abzubauen und zu entspannen. Und selbst ich Sportmuffel war letzte Woche im Sport und habe mich da total ausgetobt. Ich hatte echt Bedenken, anschließend unsere Treppe hoch zu kommen, aber:  ich hatte eine Menge Spaß (und hab so selig geschlafen wie schon lange nicht mehr)...  

Also: egal was ihr tut: habt Spaß! Geniesst es, nehmt euch Zeit und schaut nicht permanent auf die Uhr,  das Handy usw. Ihr werdet sehen: es ist so unglaublich entspannend!!!!


Für mich ist es nun Zeit,  dem Oktober (vorzeitig) "Tschüss" zu sagen - blogtechnisch, denn bereits morgen geht es für uns nach Schottland.  

Im Oktober habe ich...

🎃 euch von meinem Fernweh / Reiselust erzählt und unserem Familientrip
🎃 euch erzählt, wie ich anhand von to-do-Listen im Alltag die Übersicht behalte
🎃 euch gezeigt, was wir so alles im Oktober gebastelt und gemacht haben
🎃 und euch heute was zum Thema Entspannung gepostet

Im November...

😊 werde ich euch definitiv von unserem Trip nach Schottland berichten - Yeah
😊 und etwas endlich wieder nähen

Alles weitere wird sich zeigen - ich will mich ja nicht selbst unter Stress setzen - Entspannung lautet die Devise 😉

Sonntag, 22. Oktober 2017

Herbst-(basteleien)


Ich persönlich finde, dass es ganz viele Dinge im Leben gibt, die man nicht einfach "schwarz" oder "weiß" sehen oder einstufen kann. Oft liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen (in den vielen Grauschattierungen, um in der Blidsprache zu bleiben). Und so muss ich sagen dass ich - obwohl ein absoluter Sommerfan (ich kann das gar nie oft genug betonen) - auch schöne Seiten an den anderen Jahreszeiten sehe und schätze. 

Und so auch am (bunten und eben nicht immer grauen) Herbst. Um eines vorneweg zu nehmen: dies wird ein post mit - für mich - überdurchschnittlich vielen Bildern. Es gibt einfach so viel zu zeigen und ich finde, da sagen Bilder manchmal tatsächlich viel mehr aus als Worte...



Am Herbst mag ich zum Beispiel, dass meine ganzen Schals nun endlich wieder eine Verwendung finden. Auch sonst trage ich welche, doch nur wenn es draussen etwas frischer ist, macht so ein Kuschelschal doch wirklich Sinn und wirkt nicht "affig". 

Und wenn ich dann - durchgepustet - von draussen wieder rein komme, mache ich oft einen Tee. Und zwar nicht in erster Linie zum trinken, sondern v.a. weil ich den Geruch vieler Tees so mag. Ich trinke den Tee natürlich auch, allerdings finde ich oft, dass Tees nicht halb so gut schmecken, wie sie duften. 

Nicht zu vergessen: der Herbst ist auch eine Jahreszeit, in der Suppen wieder ganz besonders gut schmecken...



Ich dekoriere wieder nach Herzenlust neu...







...und hierfür bastel ich auch wieder sehr gerne und relativ viel mit meinen Kids.  



Eine Sache, die wir jedes Jahr machen - dieses Jahr nur etwas früher, da wir an Halloween selbst in Edinburgh sein werden - ist das aushöhlen und schnitzen von Kürbissen. Für meine beiden immer ein riesen Spaß, bei dem sie mit Eifer dabei sind...😊




               


Ich nehme im Herbst immer ganz bewusst die Natur war, freue mich an der Farbenpracht und auch den ein oder anderen Sonnenstrahlen (die wir ja in letzter Zeit wirklich reichlich hatten...). Und weil die letzten Tage wirklich sooo schön waren und wir quasi draussen gelebt haben, habe ich Euch noch ein paar schöne Herbstaufnahmen...





Das genieße ich im übrigen auch so am Herbst; man nimmt die letzten warmen Sonnenstrahlen ganz bewusst auf, freut sich über jeden Tag ohne Regen / Nebel / Sturm. Anders als im Sommer, wo gleich jeder nörgelt, wenn es nicht so warm oder sonnig ist wie erwartet. 

Aber nun hat auch bei uns das regnerische Herbstwetter begonnen und mit ihm auch die Zeit der Kerzen und des heizens mit unserem Schwedenofen. Kürzlich hat mein Mann in einem Supermarkt Kaminanzünder gekauft. Nicht die, die wir sonst immer holen - denn die gab es in dem Laden leider nicht. Nein, es waren weiße und abscheulich stinkende (hat vom Geruch irgendetwas benzinartiges an sich gehabt) Anzünder, bei denen auch die Hände extrem gestunken haben, sobald man mit ihnen in Berührung kam. Gesund kann das jedenfalls nicht sein - war mein Gedanke, als ich damit unseren Kamin anmachte. Und so war es eine tolle Fügung, dass ich auf einem anderen Blog etwas über "Kaminanzünder selber machen" gelesen habe. Und sogar das allermeiste der notwendigen Utensilien noch zu Hause hatte...👍😊. Ja und so haben wir einfach unsere eigenen - nicht stinkenden sondern nach Orange (dank ein paar Tropfen Orangen-Kerzenöl) duftende Anzünder selbst gemacht. Total easy, total spassig, total schnell und ebenfalls ein tolles Mitbringsel oder kleines Geschenk für alle, die einen Holzofen haben...







Man benötigt: 
🍁 Sojawachs
🍁 Metallförmchen 
🍁 Dochte 
🍁 kleine Zapfen
🍁 Kerzenöl(wenn man will)

So wird's gemacht:
🍂 die Förmchen mit Butter einpinseln 
🍂 Sojawachs in einem Topf unter rühren schmelzen 
🍂 ein paar Tropfen Kerzenöl hinzufügen
🍂 sobald flüssig in die Metallförmchen geben
🍂 Dochtband abschneiden und ins Förmchen legen
🍂 obendrauf den kleinen Zapfen legen 
🍂 Wachs fest werden lassen und anschliessend aus der Form lösen...that's it 

Einen Nachteil hat diese Bastelei allerdings (für mich): zum nähen bin ich bislang nicht gekommen...na ja - das kommt auch demnächst 😉 

Mittwoch, 11. Oktober 2017

To do

Ich weiß ja nicht, ob ihr das kennt, aber mir geht es manchmal so, dass ich so viel zu tun habe, dass ich nicht mehr weiß,  wo ich anfangen soll. Meist ist es so, dass ich bestimmte Dinge vorhabe und dann noch zusätzliche Themen (unverhofft) hinzukommen. Als Mama kennt man das sicher zu genüge, denn da sind dann so kleine Wesen,  die dafür sorgen, dass man manchmal meistens fremdbestimmt wird. Da kommt eine Einladung zum Kindergeburtstag,  da muss noch ein Kuchen für eine Vereinsveranstaltung gebacken werden,  da gibt es Termine im Kiga oder der Schule,  da gehen die Läuse/ Grippe / Magen-Darm usw. rum, sodass man die sorgfältigen Planungen getrost über Bord werfen kann. Aber: aufgeschoben ist nicht aufgehoben und so summieren sich die Dinge zunehmend.

Aber auch als ich noch keine Mom war, kannte ich diese Situationen.  Da gibt es im Job ein neues, zeitintensives Projekt und gleichzeitig dürfen andere Dinge nicht liegen gelassen werden, da braucht einen die Freundin ganz dringend zum reden, da will man was im Haushalt erledigen und gleichzeitig noch auf diese oder jene Veranstaltung gehen usw. 

Kurzum: die Aufgaben / Vorhaben häufen sich und warten darauf, erledigt zu werden. Kein angenehmer Gedanke,  wenn man immer einen Berg vor sich her schiebt. Ich kenne Frauen, die auf ihrem Nachttisch einen Zettel und Stift liegen haben, damit sie sich nachts, wenn sie nicht schlafen können, notieren können was noch zu erledigen ist. Ich finde das ehrlich gesagt wenig erholsam und selbst lege ich Wert darauf, solche und ähnliche Dinge nicht auf meinen Nachttisch zu legen. Stellt euch mal vor, ihr wacht morgens auf und seht als erstes die Aufgaben, die ihr des Nachts auf den Zettel gekritzelt habt...nicht sehr motivierend und meiner Meinung nach auch keine schöne Art,  den Tag zu beginnen...

ABER: auch ich schreibe Listen. To-do-Listen. Denn mir geht es manchmal so, dass ich - wenn ich dann Zeit zum erledigen habe - irgendwie total gehemmt bin, weil ich eben nicht weiß,  wo ich anfangen soll und so das nächstbeste mache, was aber nicht immer unbedingt das wichtigste / dringendste / sinnvollste ist. Also bei mir ist droht das dann in blinden Aktionismus auszuarten oder in eine Art "Schockstarre" und ich bekomme gar nichts mehr gebacken. Und so habe ich irgendwann begonnen, eine Liste zu schreiben. 

Warum? Weil es gut tut, sich mal kurz die Zeit zu nehmen zum reflektieren: was steht an, was muss ich erledigen. Weil es manchmal unglaublich viel bringt, wenn man einen Schritt zurück treten kann und sich genau überlegen kann: muss das sein? Jetzt? Wie wichtig ist das? Will ich das oder andere? Habe ich eine bestimmte Terminvorgabe? Weil es gut tut, wenn man seine Aufgaben durch so eine Liste visualisieren kann und die Gedanken nicht wie wild im Kopf umherschwirren "denk dran", "vergiss nicht", "das auch noch", " du wolltest doch " usw. Und weil man mit etwas Abstand einfach klarer sieht und die Dinge geordneter, systematischer und zeitlich sinnvoller erledigen kann. 

Was steht auf der Liste drauf? Erstmal: nur Dinge, die wirklich realistisch sind. Also keine Lebensziele, wie "auf den Mount Everest zu steigen" (falls das jemand mal machen will - ich sicherlich nicht). Es soll ja keine "was-ich-im-Leben-unbedingt-mal-machen-will-Liste" werden. Sondern eben eine für das tägliche Leben. Bei mir sind das ganz oft kleine Dinge, die alltäglich und selbstverständlich sind. Staubsaugen zum Beispiel.  Das mache ich täglich ja quasi schon im Autopilot, aber trotzdem ist es etwas, was auch Zeit nimmt und gerade wenn ich plane, was ich in den zwei mir zur Verfügung stehenden Stunden erledigen will, muss ich diese Zeit dafür auch mit einplanen. Auch wenn die Tätigkeit selbstverständlich und noch so simpel ist. Ich schreibe auch Dinge auf, die nicht tagtäglich anstehen (wie z.B. etwas entrümpeln) - die aber auch mal gemacht werden müssen. Es ist somit ein Mix aus alltäglichem und herausfordernderen Dingen. Generell schreibe ich aber nie eine Liste für einen bestimmten Tag, sondern immer eine mit anfallenden Aufgaben, die in der nächsten Zeit erledigt sein sollen. So setze ich mich selbst nicht unnötig unter Druck und wenn ich dann doch noch etwas früher als nötig erledigt habe...umso besser!







Was bringt so eine Liste? Zuallererst: Klarheit und einen Überblick. Und dann aber auch (nicht minder wichtig): Motivation. Denn es ist so ein super-tolles Gefühl, wenn man eine Aufgabe erledigt hat und die (endlich) dann auch abhaken oder durchstreichen kann. Und ich streiche für mein Leben gerne durch🤣. Und das tolle ist: Du siehst gleich unmittelbar, was du alles erledigt hast (denn sind wir mal ehrlich: Manchmal hält das Ergebnis - wie z.B. beim staubsaugen - nur bis zur nächsten Mahlzeit an). Auf der Liste kannst du aber auch noch abends, wenn du auf der Couch sitzt und wieder mal grübelst, was in aller Welt du heute eigentlich gemacht hast, genau das dann noch nachlesen 😊. 

So. Haltet das für übertrieben, sinnlos oder verrückt. Mir hilft eine solche To-do-Liste...und vielleicht euch auch einmal, wenn ihr (wieder) mal "den Wald vor lauter Bäumen nicht seht" 😉.  

Dienstag, 10. Oktober 2017

Fernweh

Ich.liebe.reisen.

Für mein Leben gern. Ich weiß, wie es sich anfühlt, Fernweh zu haben. Und ich selbst habe das immer wieder. Ich weiß allerdings nicht, woher dieses Verlangen zu reisen kommt. Mit meinen Eltern habe ich bewusst nur einen gemeinsamen Urlaub erlebt, als wir damals an die französische Atlantikküste gefahren sind. Mit meiner Mutter bin ich als Kleinkind nach Italien zu Verwandten gefahren und habe an Italiens Stränden laufen gelernt. Aber sonst? Sonst sind meine Eltern mit uns nie verreist. Meine Mutter ist nie in ihrem Leben geflogen - und meine beiden Eltern sind sehr jung und viel zu früh verstorben. Warum sie nicht gereist sind? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich weil immer irgendwelche anderen, vermeintlich wichtigere oder dringendere Dinge anstanden. Nur irgendwann ist es zu spät. 

Und: ist das Leben wirklich nur dazu da, um immer nur vernünftige Dinge zu tun???

Es ist doch so: wir alle (also auch ich eingeschlossen) bewundern oft Menschen,  die ihrem Herzen folgen. Und dadurch auch manchmal mutiges, manchmal unvernünftiges, manchmal absurdes tun. Ich finde, dem Herzen zu folgen, bedeutet frei zu sein. 

Jedenfalls ist es nun wieder so weit. Ich habe Fernweh. Versteht mich nicht falsch, ich bin auch sehr gerne Zuhause Und weiß es auch zu schätzen, wie schön wir es haben...aber von Zeit zu Zeit brauche ich einfach einen Perspektivenwechsel, eine Auszeit vom Alltag Und der gewohnten Umgebung. Und während der Kindergarten meines Sohnes bis Weihnachten durchgängig geöffnet ist, habe ich mittlerweile auch ein Schulkind, das Ende Oktober/ Anfang November eine Woche Herbstferien hat. Schon Anfang des Jahres haben mein Mann und ich darüber gesprochen, dass wir noch einen Familientrip im Herbst unternehmen könnten. Wohin war noch nicht fix, nur bieten sich die Herbstferien meiner Tochter ja - durch den zusätzlichen Feiertag- regelrecht an. 

Ich kenne einige, die einem Städtetrip mit Kindern eher skeptisch gegenüber stehen. Aber da denke ich, ist es so wie mit allem. Es gibt sicher Städte, die für Kinder einiges zu bieten haben und andere, die vor allem Erwachsene ansprechen - eine generelle, allgemeingültige Antwort gibt's da sicherlich nicht. Und so haben wir bei unserem Herbsttrip tatsächlich erst mal an einen Städtetrip gedacht. Ursprünglich haben wir überlegt, nach Hamburg zu gehen. Wir waren als Paar da zuletzt, lange bevor wir Kinder hatten. Und nun denken wir, dass diese Stadt bestimmt auch unseren Kindern gefallen würde - mit dem Hafen, Miniaturwunderland etc. Aber: als ich dann vor ein paar Wochen nach Anreisemöglichkeiten und vor allem Hotels geschaut habe,  war ich sehr erschrocken über die Preise. Ein befreundeter Kollege von mir, der öfter nach Hamburg geht, hat auch für uns nachgeschaut und bestätigte mir meine Vermutung, dass die Preise in dem Zeitraum tatsächlich höher sind als sonst. Also überlegten wir weiter. Eine andere Variante war, in einen Familienfreizeitpark zu gehen, aber auch da: wirklich sehr teuer für vergleichsweise geringe Leistungen und/ oder einen sehr kurzen Zeitraum ...eigentlich ja auch logisch, sicher gibt es einige, die - so wie wir - durch Herbstferien oder einfach aufgrund der günstigen Lage der Feiertage nochmals einen Kurztrip unternehmen möchten.  

Als junges Mädchen habe ich immer davon geträumt, Grossbritannien zu bereisen. Ich liebe lesen und damals hatte ich auch noch jede Menge Zeit dazu und habe sehr gerne Fantasyromane, Historienromane und Biografien gelesen. Zum Beispiel habe ich die Biografie der Königin Elisabeth (nicht der aktuellen,  sondern ihrer Vorfahrin, Elisabeth I.) gelesen, was wahnsinnig interessant war. Oder auch alle Bücher von Diana Gabaldon, die zur Zeit ja wieder einen Hype erfahren durch die Verfilmung "Outlander". Und viele mehr (es würde jetzt echt den Rahmen sprengen, wenn ich alle Bücher aufzählen würde😉). 

Und so bin ich 2006 mit einer Freundin zu einem mehrtägigen Trip  nach London aufgebrochen. Wir haben dort in einem ehemaligen, zum Hostel umgebauten Gefängnis geschlafen. Das war nicht weiter wild, sondern einfach mal eine witzige Erfahrung und wir haben dort ja auch nur geschlafen - ergo keinen weiteren Wert auf eine luxeriösere Unterkunft gelegt. London hat mich damals echt verzaubert. Und ich kann mich noch genau daran erinnern,  dass ich irgendwie ein "Heimat-ähnliches" Gefühl hatte. So, als ob ich da hin gehöre. Das war seltsam und tatsächlich habe ich schon viele Städte besucht, aber bei keiner hatte ich ein solches Gefühl. Na ja. 

Bevor ich Euch jetzt aber verrate, wohin wir gehen: London ist es nicht. Wie gesagt finde ich London ganz toll, aber als ersten Städtetrip mit meiner Familie ist mir die Stadt doch etwas zu groß. Ich denke, eine etwas übersichtlichere - also kleinere - Stadt ist fürs erste sicherlich besser. Zumal mein Mann eigentlich überhaupt kein Freund von Städtereisen ist. Das ist auch der Grund, warum ich mit Freundinnen immer in Städte gereist bin: Rom, Wien, London, Stockholm,  New York u.v.m. habe ich alle ohne ihn bereist. Ich hatte mit den Freundinnen eine tolle, intensive und erlebnisreiche Zeit und er war auch happy, da er seinen Hobbies nachgehen und somit zu Hause auch entspannen konnte.

Alleine deshalb ist es eine kleine Sensation,  dass mein Mann mit gehen möchte: zu unserem Städtetrip nach Edinburgh! Ich freue mich schon wie ein kleines Kind - ein Mädchentraum wird wahr😄! 

Wie wir jetzt auf Edinburgh gekommen sind ? Nun ja, das war tatsächlich eher Zufall.  Die Stadt ist mir einfach so in den Sinn gekommen und ich habe mich dann näher erkundigt. Edinburgh bietet wirklich sehr viel: Geschichte und Kultur, viel zu sehen für Gross und Klein, tolle Landschaften auch ausserhalb der Stadt und Bekanntheit in aller Welt bei eher wirkendem Kleinstadtflair. Ist schon witzig; noch vor einer Woche hatte ich noch keinen Schimmer, wo es uns hinzieht. Es war sogar in der Schwebe, ob wir überhaupt verreisen. Und nun bin ich auf unsere Zeit in Schottland mega gespannt. Wie schnell sich manchmal vieles ändert...

Ihr könnt sicher sein: ich werde berichten 😉


Dieser Spruch auf meinem aktuellen Kalenderblatt passt super zu dem aktuellen,  unbeständigen Wetter...und unserem bevorstehenden Schottland-Trip, findet ihr nicht 😂?