Als ich es das erste Mal bewusst bemerkt habe, dachte ich, dass die Person vielleicht mit dem falschen Fuß aufgestanden ist. Ein paar Wochen später bei einer ähnlichen Situation aber anderen Person dachte ich: "Okay, vielleicht haben wir Vollmond oder so was"...und seitdem hatte ich hin und wieder ähnliche Erlebnisse...und so kann muss ich euch leider sagen: es gibt erschreckend viele Erwachsene, die sich nicht entschuldigen können! Ich will da sicher nichts verallgemeinern, wie immer gibt es auch andere (hoffentlich die Mehrheit), die es sehr wohl noch können und auch tun. Nur leider - das ist meine Erfahrung - sind die die es nicht können (oder nicht für nötig halten weil sie unfehlbar sind, weil sie über den Dingen stehen, weil sie das nicht brauchen oder aus weiss Gott was für einen irrsinnigen Grund) erschreckend viele.
Und das entsetzt mich regelrecht! Und gleichzeitig finde ich das unglaublich traurig. Warum ist das so gekommen? Wann ist uns die Fähigkeit, sich zu entschuldigen abhanden gekommen? Wieso ist es so schwer, auch mal selbstkritisch und ehrlich zu sein und einen Fehler zuzugeben?
Die meisten Kinder lernen bereits im Sandkasten, sich zu entschuldigen. Ich würde sagen, dass Eltern nach wie vor die gute Erziehung des eigenen Nachwuchses wichtig ist (okay, da gibt es unterschiedliche Auffassungen über "gute Erziehung", aber grundsätzlich wisst ihr, was ich meine oder?). Also theoretisch hat jeder - vielleicht in unterschiedlichen Ausprägungen, aber immerhin - gelernt, wie das geht mit dem entschuldigen.
Und wie bei so vielem gibt es auch beim Thema entschuldigen noch eine Steigerung. Nämlich die, dass sich jemand nicht entschuldigt und darüber hinaus dir (der Person, die eine Entschuldigung verdient hätte) selbst ein schlechtes Gewissen machen will. So unter dem Motto: " Mir ging es so schlecht in der letzten Zeit und ich hab mich nicht gemeldet / das oder jenes nicht erledigt usw. weil ich so traurig/ängstlich/unsicher/krank war...und du hast dich ja nicht gemeldet, ich war so allein....".
Und die noch fiesere Steigerung vom "nicht-entschuldigen": Jemand entschuldigt sich nicht bei Dir und schiebt dafür (zum Dank) noch alle Schuld auf dich. Nur nicht zugeben, dass da ein Fehltritt war und dafür dem anderen ruhig zeigen, dass der auch nicht perfekt ist... Da werden schon mal gerne Stammtischparolen ausgegraben, wenn man nichts findet, wofür man den anderen beschuldigen kann. In etwa wie: " Du hast ja auch noch nie rechtzeitig das oder jenes gemacht/ du machst das ja auch immer, nie hörst du zu und nimmst Rücksicht, immer muss alles auf den letzten Drücker sein / obwohl ich es schon so oft erklärt habe, machst du das grundsätzlich falsch/ du hast mir da nichts gesagt, mich nicht informiert usw. Da gibt es sicher die vielfältigsten Beispiele, man würde staunen, wie kreativ und einfallsreich da manche Menschen werden können!
Der Grund warum ich heute zum Thema entschuldigen schreibe ist, dass mir das erst diese Woche wieder selbst widerfahren ist. Und zwar die letzte (meiner Meinung nach fieseste Variante). Keine Entschuldigung, Hauptsache mal die Keule rundum geschwungen und mit Stammtischgeschwätz vom eigenen Fehlverhalten ablenken. Wie es mir dabei geht? Mir platzt bei sowas der Kragen. Weil ich das unverschämt finde, weil es dreist ist und nicht von einem guten Charakter zeugt.
Bei mir ist es so: entschuldigt sich jemand nicht bei mir, dann hängt es natürlich von der Situation ab und auch von der Art der Beziehung in der ich zu der Person stehe. Meistens stehe ich drüber. Und ich bin da auch nicht nachtragend. Wenn es etwas ganz wichtiges ist, sage ich es auch schon mal, dass ich etwas nicht in Ordnung fand und mich über eine Entschuldigung gefreut hätte (das ist aber eher selten der Fall - das muss ich zugeben - denn ich muss andere nicht erziehen und bin der Meinung, dass das im Zweifel jeder mit seinem eigenen Gewissen ausmachen muss). Die meisten haben ja ein Gewissen (die anderen tun mir leid). Aber sauer werde ich, wenn jemand versucht, die Schuld in andere Schuhe zu schieben um von sich abzulenken oder das eigene Fehlverhalten zu relativieren. Das ist wirklich mies und da ich einen grossen Gerechtigkeitssinn habe, reagiere ich entsprechend auch allergisch.
Oft haben solche Personen ja mit dieser Taktik leider Erfolg, denn das verunsichert das Gegenüber natürlich. Man überlegt: trage ich auch meinen Anteil daran und habe ich mich falsch verhalten? Und manche können dass dann vielleicht nicht 100%ig ausschliessen oder sagen sich, dass eine direkte Konfrontation das nicht wert ist, zu mühsam, "vergebene Liebesmüh" usw. Früher habe ich mich auch oft zurückgezogen und mir einfach meinen Teil gedacht, meine persönlichen Konsequenzen daraus gezogen etc. Aber mittlerweile bin ich der Meinung , dass ich alt genug bin (und vor allem stark genug), um mir so etwas nicht gefallen lassen zu müssen. Fazit aus meinem Erlebnis diese Woche: Pech für die Person, die versucht hat, sich mit Stammtischparolen rein zu waschen und den schwarzen Peter anderen zuzuschieben, denn ich habe die direkte Konfrontation gesucht und ein paar Dinge (deutlich) klar gestellt.
Ich meine, was ist so schlimm daran, zuzugeben: okay, ich habe mich da falsch verhalten, ich habe Dich nicht informiert, ich hätte mich (eher) kümmern müssen, ich hab die Situation unterschätzt, ich habe nicht an dich gedacht usw.? Vertuschen, verschweigen , verleugnen...das macht doch alles nur schlimmer und den Fehler schon gar nicht wett!
Und ich? Entschuldige ich mich auch selbst, wenn ich es sollte?
Wie bei jedem ist es auch bei mir so, dass ich natürlich lieber andere Dinge tue, als festzustellen dass ich mich nicht richtig verhalten habe und jemandem eine Entschuldigung schuldig bin. Wer gibt schon gerne Fehler zu und freut sich darüber? Aber was ich noch mehr hasse ist das Gefühl, dass Dinge nicht geklärt sind, da noch etwas im Argen liegt (und ich daran schuld bin). Und ja: ich entschuldige mich, wenn es einen Grund dazu gibt und mir dieser auch bewusst ist. Wenn ich tatsächlich mal nichts merke, hoffe ich doch sehr, dass andere mich darauf aufmerksam machen, anstatt sich vielleicht zurückzuziehen, mir nicht mehr zu vertrauen oder ähnliches. Wir sind alle nur Menschen und machen Fehler - tagtäglich. Und wenn ich mich entschuldige ist es oft so, dass andere den Grund gar nicht als so schlimm empfunden haben, aber sich darüber freuen, dass man sich Gedanken gemacht hat und rücksichtsvoll war. Persönlich habe ich noch nie erlebt, dass ich mich entschuldigt habe und jemand diese Entschuldigung nicht angenommen hat...liegt aber auch vielleicht daran, dass ich bisher noch nie Dinge, die unverzeihlich sind begangen habe. Aber selbst wenn das so wäre, wenn jemand die Entschuldigung nicht annimmt bin ich mir trotzdem sicher, dass es mir nach meiner Entschuldigung besser gehen würde, denn das tut es tatsächlich immer.
Manche sagen, dass es von Grösse zeugt, wenn man sich entschuldigt. Ich würde das nicht ganz so pathetisch sehen. Wenn es allerdings hilft, dass jemand sich entschuldigt der es auch sollte - bitteschön. Ich finde, sich zu entschuldigen zeugt auf jeden Fall von einem guten Charakter...und sich mit Leuten zu umgeben, die einen solchen besitzen, ist nie verkehrt.
Also: Lasst uns doch alle erwachsen genug sein, uns zu entschuldigen wenn wir das sollten. Ganz ohne Relativierung, ohne Gegenschlag und ohne Schnickschnack. Wir alle machen Fehler und sollten auch dazu stehen. Für ein besseres, friedlicheres und aufrichtiges Miteinander - ganz so, wie wir es uns auch von unseren Kindern wünschen.
In diesem Sinne euch ein schönes Wochenende,
Natascha
Langsam, ganz langsam kehrt die von mir so sehr geliebte Jahreszeit zurück...der Sommer. Die Tage werden länger, es ist draussen länger hell und wenn es trocken und einigermaßen warm ist, sind wir im Grunde fast ausschließlich nur noch draußen. Der Garten wird sozusagen unser zweites Wohnzimmer. Ich weiß um dieses tolle Privileg, einen eigenen Garten zu haben und tatsächlich finde ich eines der schönsten Dinge an unserem Zuhause, dass wir Platz "drumrum" haben, einen schönen Ausblick, Ruhe und viele Möglichkeiten, sich "auszubreiten " und zu gestalten. Wir sind nicht dicht an dicht mit anderen Nachbarn, können uns entfalten, stören niemand und werden selbst auch nicht "gestört". Ich geniesse das! Ich kann die Kids unbesorgt draussen rennen lassen, gleich nebenan haben wir den wunderschönen Wald, der beste Spielplatz überhaupt!
Auf Instagram habe ich in der letzten Zeit hin und wieder erwähnt, dass wir an einem Outdoorprojekt dran sind, dass wir Hämmern, sägen, schleifen, streichen. Wie immer hat es viel Spaß gemacht zu sehen, wie es Gestalt angenommen hat...und schliesslich ist es fertig geworden -
Unser "Pflanztisch".
Pflanztisch habe ich deshalb in Anführungszeichen gesetzt, weil mir die perfekte Bezeichnung hierfür noch nicht eingefallen ist. Denn es ist so viel mehr als das. Natürlich werde ich ihn zum bepflanzen von Töpfen, Kästen und Co. nutzen - er hat die ideale Arbeitshöhe, aber ich freue mich auch, diese zusätzliche Fläche zum Beispiel als Büffettisch an Grillabenden oder auch nachmittags zu verwenden. Und schliesslich - und dazu dient er in der allermeisten Zeit - ist er ein wunderschöner Hingucker, den ich jetzt schon liebe zu dekorieren.


Woher ich die Idee dazu hatte möchte ich nicht verschweigen. Ich habe einen ganz tollen Pflanztisch bei der lieben Sabrina von so.leben.wir (sie hat sowohl einen Instagram-Account, in dem sie tolle Garten- und Dekotipps gibt und einen Blog) gesehen. Sabrina hat sogar auf ihrem Blog den Bau ihres Pflanztischs in genauen Schritten und mit sämtlichen Mengenangaben und Maßen gezeigt. Gerade auf Instagram schaue ich ihre Stories gerne, denn sie hat eine ganz natürliche und sympahtische Art und viele schlaue Tipps... aber nun zurück zum Pflanztisch.
Mein Mann hat mir meinen Pflanztisch zum Geburtstag gebaut, ich hatte ihn mir gewünscht. Und dass ich jetzt überglücklich darüber bin zeigt, dass es der richtige Wunsch war 😊.
Er hat dazu nicht die Maße von "Sabrinas Pflanztisch" benutzt, sondern eigene, da wir den Pflanztisch unter unsere Pergola gebaut haben (und daher natürlich eigene, andere Maße brauchten). Da wir ihn unter die Perlgola gebaut haben, hat unser Pflanztisch auch kein eigenes Dach, das wäre ja sinnlos und "doppelt gemoppelt". Dafür haben wir aber 4 Regalbretter angebracht (bewusst in unregelmäßigen Abständen und in unterschiedlichen Längen). Hierauf stehen aktuell unterschiedliche Kräuter, die wir gerne mögen. Ausserdem hat mir meine Schwägerin (die um meine kreative Ader und "Tüftellei-Liebe" natürlich weiss) vor zwei Jahren zwei alte Holzfensterläden geschenkt die sie ersteigert hatte. Sie waren in einem hässlichen dunkelbraun gestrichen. Ich habe die Läden abgeschliffen und weiß übermalt. Bewusst aber nicht komplett deckend, um den "shabby Look" zu erhalten. Ewig hatte ich hin und her überlegt, was ich mit ihnen anstellen sollte, wo und wie ich sie nutzen und dekorieren sollte und war völlig unentschlossen. Bis mir bei der Planung die Idee kam sie mit "einzubauen" in das Projekt. Nun haben sie ihren perfekten Bestimmungsort gefunden. Wir haben sie extra andersrum angebracht, denn so kann ich Haken an den Lamellen anbringen, an denen ich zum Beispiel schöne Scheren oder Dekoartikel dranhängen kann. Die Farbe für den Pflanztisch haben wir uns beim Maler mischen lassen (daher kann ich auch leider keine Bezeichnung angeben). Wie ihr seht, ist es ein helles, zartes grau. Die Perlgola bzw. die Balken der Perlgola sind ein wenig in die Jahre gekommen. Manche werden in Kürze durch neue ersetzt, die anderen werden abgeschliffen und neu gestrichen. Die hellgraue angemischte Farbe entspricht der Farbe der "Perlgola-Balken". Somit bekommt alles nach und nach einen einheitlichen, harmonischen Touch.

Mein Mann hat den Tisch noch auf stabile "Füsse" gestellt, mit denen er dann auch den Tisch komplett gerade stellen konnte (mir wäre das nicht so extrem wichtig gewesen, aber er sagte mir, dass er ja auch noch einen "gewissen Anspruch" hat 😉).
Das Holz für unseren Pflanztisch sind alte (Dielen-)Bretter und Bohlen, die wir noch gelagert hatten. Somit wurde aus alt neu und das, was wir ohnehin schon hatten, genutzt und neu aufgewertet. Auch das ist etwas, das mir ganz besonders daran gefällt, ich mag es, wenn auch alte Dinge genutzt werden, anstatt sie zu entsorgen oder vergammeln zu lassen.
Neu sind die zwei Holzkisten, die ich bei Ikea gekauft und auch weiss gestrichen habe. Darin habe ich unter anderem meine Gartenwerkzeuge untergebracht, die weniger dekorativ aber trotzdem sehr wichtig und hilfreich sind. Nun sind sie ordentlich aufgeräumt.
Ich selbst kann mich gar nicht satt sehen an unserem Pflanztisch. Unsere Terasse wertet er tatsächlich unglaublich auf, es ist phänomenal, was er bewirkt. Die frühere Betonwand ist nun ein echter Hingucker - schon einige Gäste haben mir gesagt, wie schön sie ihn finden...und ich auch - irre schön! Und so freue ich mich auf unzählige Sommerabende, tolle Grillsessions und den Pflanztisch je nach Jahreszeit zu dekorieren 😊.
Vielleicht inspiriert euch unser Pflanztisch ja auch, euren Outdoorbereich zu gestalten, zu verschönern. Es ist oft ganz einfach, wenn man einfach erst mal anfängt 😉.
*enthält Werbung
...seit über 2 Jahren "füttere"ich nun meinen kleinen Blog hier - und zum ersten Mal hatte ich irgendwie ne Schreibblockade🤷♀️(und allermeistens war ehrlicherweise das echte Leben auch viel spannender und zeitintensiver). Oft habe ich gedacht "dies wäre ein Thema zum schreiben oder jenes"...aber beim genaueren nachdenken war keines von Ihnen "ergiebig" genug für einen ganzen post. Bis jetzt.
Ich habe eine ganz liebe, enge Freundin, die für mich zu einer der diszipliniertesten, engagiertesten Personen gehört, die ich kenne. Egal ob Sport , Ernährung oder Beruf - sie gibt immer mindestens 120%. Und das nicht, weil sie sich einen Vorteil davon erhofft, besonders herausstechen will oder besser als andere sein will. Nein. Einfach, weil sie Spaß daran hat. So auch an ihrer Arbeit. Sie ist Bilanzbuchhalterin, hat noch ein nebenberufliches Studium zum Bachelor mit Bravour absolviert, hat geholfen die Firma ihres Arbeitgebers aufzubauen und zu etablieren (sie war für mich diese Firma), und leitete zwei grosse, wichtige Abteilungen über viele, viele Jahre. Und dabei machte sie nie ein grosses Tamtam um ihre Leistung, weil sie einfach eine Macherin ist und kein Applaus von anderen braucht. Ein absoluter "Traum" für jeden Arbeitgeber.
Genau dieser Freundin ist Anfang des Jahres gekündigt worden.
Die Firma wurde vor ein paar Jahren an eine ausländische Firma verkauft und nun sollten Kosten eingespart werden. Somit wurde die Stelle meiner Freundin gestrichen und ihre Aufgaben auf andere Abteilungen im In- und Ausland verteilt. NIE IM LEBEN hätte ich damit gerechnet, dass ausgerechnet meiner Freundin mal so etwas passieren könnte!
Aber es hat mir mal wieder folgende Dinge vor Augen geführt (was ich eigentlich schon längst - auch aus eigenen, bitteren Erfahrungen - wusste, was im Alltag aber immer leicht in Vergessenheit gerät)...
1. Das Leben ist unberechenbar und nichts muss ewig so bleiben, wie es aktuell ist
Heute bist du noch todunglücklich und verzweifelt, morgen kannst du schon taumeln vor Glück und Freude (und leider auch umgekehrt). Ich finde, dass man deshalb gut beraten ist, sich nie zu sicher zu sein, denn sicher ist nur der Tod. Und deshalb einen "Plan B" in der Tasche zu haben, sei es auch nur schemenhaft und noch nicht perfekt ausgerechnet, schadet nie.
2. Selbst aus der schlimmsten Situation kann man noch etwas positives ziehen
...und sei es "nur", dass man daraus lernt. Mit meiner Freundin habe ich seit ihrer Kündigung oft gesprochen und nachdem sie den ersten Schock verdaut hat, ist sie sogar in gewisser Weise dankbar! Sie hatte sich selbst schon manchmal insgeheim gefragt, ob sie diese Funktion wirklich bis zur Rente ausüben will. Aber irgendwie hatte sie nie den Mut, was anderes zu wagen. Sie sieht es als Chance, sich nun genau überlegen zu können, welchen beruflichen Weg sie nun einschlagen will (sie ist für ein paar Monate freigestellt und hat daher auch in finanzieller Hinsicht weniger Zeitdruck). Und es ist noch offen, ob sie sich eine ähnliche Aufgabe sucht oder vielleicht was ganz was anderes macht.
3. Es ist nie schlecht, zurück zu treten und eine Situation oder Dinge mit etwas Abstand zu betrachten
Meiner Freundin geht es nun so, dass sie natürlich zu ihren vielen ehemaligen Mitarbeitern Kontakt hat und auch zu zahlreichen Geschäftspartnern. Nun hat man Zeit, nicht nur über die tägliche Arbeit zu sprechen, weil man nicht unter Zeitdruck steht und auch nicht mehr beruflich zusammen arbeitet. Und sie sagte mir, dass es erschreckend ist, wie viele Menschen mit der (beruflichen) Situation hadern, wie viele (nun) Angst vor der Zukunft haben und dass sie selbst froh ist, diesem Hamsterrad aus Machtspielchen, Konkurrenzdenken und Vetterleswirtschaft entkommen zu sein.
4. Man sollte den Status quo (dennoch) zu schätzen wissen
Wir alle sind Weltmeister im meckern. Irgendwas gibt es doch immer, was stört, nervt, unzufrieden macht, oder? Aber wenn wir ehrlich sind, jammern wir doch alle auf recht hohem Niveau (zumindest meistens), oder? Dabei könnte die Situation auch immer schlechter sein. Und wenn es wirklich was gibt, was einen richtig ärgert/stört...was hindert dich, das nicht anzupacken?
5. Wir sollten mehr auf unsere Intuition vertrauen und hören
Wir sind so gut informiert, wie noch nie. Es ist extrem einfach, sich zu den selbst absurdesten Themen Infos zu besorgen. Allein was es zum Beispiel an Fachliteratur für junge Eltern gibt. Da verkriechen sich viele hinter dicken Ratgebern, anstatt ihr Kind anzuschauen und das Bauchgefühl entscheiden zu lassen, was in der konkreten Situation richtig ist. In dem Maße, in dem wir informiert sind, haben sehr viele verlernt auf das Bauchgefühl zu hören. Meine Freundin zum Beispiel sagte mir, dass sie schon seit letztem Sommer ein komisches Gefühl hatte, es aber verdrängt hatte...
6. Es geht weiter
Selbst wenn du glaubst, jetzt geht nichts mehr. Selbst wenn es Dir den Boden unter den Füßen wegreisst. Es geht weiter. Als meine Mutter starb, schickte mir eine Schulfreundin eine Karte. Auf der stand: Das wichtigste, was man über das Leben lernen kann: Es geht weiter. Viele Jahre lang, immer wenn ich traurig und verzweifelt war, war dies mein Credo.
7. Das Leben besteht aus vielen kleineren und größeren Enden und Neuanfängen
Ich stehe aktuell auch vor einem kleinen Neuanfang. Ich werde 40 und freue mich darauf (ich hatte darüber ja auch bereits einen kleinen Blogpost verfasst). Somit lasse ich die 30er hinter mir und schaue gerne zurück. Was habe ich alles erlebt!!! Ich bin zwei mal Mutter geworden. Zwei mal hat dieses wundervolle Ereignis mein Leben komplett auf den Kopf gestellt, meine Ansichtsweisen teilweise völlig verändert, hat alles von mir gefordert und hat mir alles gegeben. Ich habe mich von mir wichtigen Menschen verabschieden müssen , sei es durch tatsächlichen Tod, oder (im weniger dramatischen Fall aber trotzdem schmerzhaften) weil "einfach" die Freundschaft gestorben ist. Ich habe mich beruflich etabliert, habe mir ein Standing erarbeitet, habe auf Teilzeitbeschäftigung gewechselt, hatte ein Homeoffice (und weiss heute, dass dies nicht nur ein Segen ist) und schliesslich noch mal was neues bei einem neuem Arbeitgeber gewagt. Ich habe geweint, gebangt, war verzweifelt, war überglücklich, habe gelacht, geliebt, Dinge gemacht, überdacht und verworfen...ich habe gelebt - sehr intensiv gelebt. Und: ich bereue tatsächlich nichts!
Und noch lieber als zurück schaue ich nach vorn. Auf das, was vor mir liegt. Dinge in der nahen Zukunft kenne ich schon teilweise, aber das meiste liegt noch im verborgenen und ich freue mich darauf, es zu entdecken, unsere Zukunft zu gestalten, mich überraschen zu lassen und auf Neues einzulassen. Ich hoffe, dass ich auch in meinen 40ern viele wertvolle Erfahrungen sammeln werde - ach was, ich weiß es!
Also: let's go👍!
Hallo ihr Lieben,
Der erste Monat des Jahres. Fast vorbei. Weihnachten ist schon über 5 Wochen her...und doch noch recht präsent für mich...warum? Das will ich euch erzählen....
Ich hatte bereits eine Woche vor Weihnachten Urlaub und somit wirklich viel Zeit, zum feiern, entspannen, spielen, schmökern, kochen, spazieren gehen und und und...
Im Grunde haben wir gar nicht viel außergewöhnliches unternommen. Manche haben da ja, neben den ganzen Besuchen bei Verwandten und Freunden, ein regelrechtes Programm gespickt mit den unterschiedlichsten Freizeitaktivitäten.
Wir hatten dieses Jahr ein wirklich gemütliches und unaufgeregtes Weihnachtsfest, ganz viel Zeit für einander und jeweils für sich selbst und haben auch das ein oder andere unternommen (wie zum Beispiel eine Laternenwanderung, an der wir spontan teilgenommen haben), aber ansonsten stand nichts weltbewegendes an. Und trotzdem ist die Zeit wie im Flug vergangen...und mir hat überhaupt nicht gefehlt, dass wir nicht mehr "Termine" oder Programm hatten. Vielleicht liegt das auch an der Tatsache, dass bei uns im Alltag oft viel los ist, sei es Verabredungen, Trainings bei Vereinen, Termine, das Haus voller Kids usw. Und da ich (sehr gerne) berufstätig bin, muss ich all das plus Haushalt etc. in weniger Zeit bewältigen, als ich während der Ferienzeit zur Verfügung hatte. Selbstverständlich ist mir bewusst, dass es mindestens 80% der Mütter ebenfalls geht wie mir - ich bin also quasi in bester Gesellschaft 😉 - das macht meinen persönlichen Alltagsstress allerdings leider nicht weniger.

Aber zurück zu den Ferien. Sie waren fast vorbei, als mir plötzlich etwas wie Schuppen von den Augen gefallen ist: es waren wahrscheinlich die tollsten Weihnachtsferien, die wir vier - meine Familie - zusammen erlebt haben. Einfach perfekt! Was es so perfekt machte, ist schwer in Worte zu fassen...unsere gemeinsame Zeit war von einer tiefen Gelassenheit geprägt, gleichzeitig wie ein kleiner "Kokon" der uns umhüllt hat. Nur wir vier und unendlich viel Zeit miteinander und dabei wurde es uns allen überhaupt nicht langweilig. Ohne das es grosser Worte bedurfte, hatte jeder von uns viel Zeit für sich selbst, konnte sich zurückziehen ohne dass die Kids z.Bsp. zum spielen drängelten. Oft waren sie selbst völlig in ihr eigenes Spiel vergessen. Dann wieder haben wir es genossen, alle miteinander mit den neuen Spielsachen vom Christkind oder Brettspielen zu spielen, zusammen zu kochen und zu essen...es gab zwischen den Kids tatsächlich nie nennenswerte Streitereien, schon gar nicht welche, die wir Eltern schlichten mussten....ich weiss, das klingt jetzt alles nach "immer Sonnenschein", rosarote Wattebauschwelt und Ponyhof ... aber so war es! Und es hat uns alle unsere "Batterien" wieder richtig auftanken lassen. Ich hätte mir das selbst nie so gut wünschen können, wie diese Zeit eben war...
Und weshalb erzähle ich euch das alles? Weihnachten ist doch nunmal wirklich längst vorbei und das diesjährige Weihnachtsfest noch in weiter, weiter Ferne. Ganz einfach: mich selbst hat diese harmonische und intensive Zeit geerdet. Mir gezeigt und mich spüren lassen, wie unendlich gut das tut, nicht immer nur unter Strom zu stehen, um funktionieren zu müssen und oft genug vieles gleichzeitig zu stemmen. Wie schön es ist, nicht immer nur genervt zu sein, die Kinder anzutreiben, weil sie trödeln, zu schimpfen, zu nörgeln. Und ich habe mir vorgenommen dieses Gefühl, diese Gesinnung noch etwas länger auch ins neue Jahr hinein zu tragen.
Jetzt ist der Januar fast rum und wie hat mein Vorhaben geklappt? Nun ja, nicht schlecht. Der Alltag hat uns zwar voll wieder im Griff , was bedeutet, dass wir kaum einen Tag haben, an dem wir nichts vor haben, aber irgendwie bin ich selbst gelassener. Ein wenig zumindest. Und manchmal sieht man mir das in all der Hektik vielleicht auch nicht an, aber in mir drinnen spüre ich, dass ich genug Energie habe und dass mich die entsprechende Situation auch nicht wirklich belastet. Ich gehe achtsamer um. Mit meiner Familie, mit mir, selbst mit den Dingen, die uns umgeben.

Seit den Ferien probiere ich auch beim kochen und backen neue Dinge aus. Ich liebe es, uns gesund zu ernähren. Frisch zu kochen war mir eh schon immer wichtig, Fertiggerichte gibt es (meist) nicht bei uns. Das Wissen, gerade in dieser kalten Jahreszeit etwas leckeres und zudem gesundes, vitaminreiches für meine Familie zuzubereiten, macht mir riesigen Spaß! Das hat nichts mit einem "Abnehmwunsch" oder ähnlichem zu tun (von Diäten halte ich ohnehin nichts). Genuss und Gesundheit - thats all. Zusammen zu essen und sich auch im Alltag etwas besonderes zu gönnen - und eben nicht nur, wenn besondere Tage sind, Gäste zu Besuch sind etc....das finde ich unendlich schön.

Man könnte es auch in Verbindung mit dem "ausgelutschten" und ausgeleierten Wort "Achtsamkeit" umschreiben...bewusst etwas zu tun (bei uns zum Beispiel zu kochen, zu backen, bei Besuchen sich ganz und gar auf die Freunde einzulassen / zu konzentrieren - ohne "auf-die-Uhr/-das-Handy-starren", wenn nichts auf dem Programm steht dann diese freie Zeit bewusst zu geniessen und abends ganz bewusst etwas zu tun, was einem selbst gut tut). Einfach nur schön!
Genau das wünsche ich Euch auch in diesem Jahr...Gelassenheit, Achtsamkeit in dieser hektischen, lauten, vollen und turbulenten Welt!
In diesem Sinne - freuen wir uns auf den Februar, oder 😉?
Liebe Grüße
Natascha
Ich wünsche Euch ein gesundes und gutes neues Jahr!
Da bin ich wieder und nehme mir etwas Zeit um über ein Thema zu schreiben, das mich gerade beschäftigt...
Der post, der in 2018 am meisten gelesen wurde, war "Die Erwartungen anderer". Ich habe hierauf auch die meisten Reaktionen und Mails erhalten und denke, dass ich da einen Nerv getroffen habe. Ist ja auch menschlich. Ich kenne niemand, dem völlig wurscht ist, was andere von ihm denken. Da gibt es doch zumindest immer ein paar wenige Menschen, deren Meinung jemand wichtig ist, auf dessen Rat gehört wird und mit denen man gut auskommen und gemocht werden möchte...ich glaube, dass sich da keiner davon frei machen kann - wenn er / sie ehrlich ist. Das Thema, das mich gerade beschäftigt ist - sagen wir mal - artverwandt mit dem Thema, "was andere erwarten".
Es dreht sich um Eigenschaften, Veranlagungen, Talente von Menschen.
Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch mit einer gewissen Veranlagung, bestimmten Eigenschaften und Talenten geboren wird. Natürlich - das will ich gar nicht bestreiten - prägen uns unsere Eltern, Geschwister, Freunde, eben unser engstens Umfeld in den ersten Lebensjahren. So werden bestimmte Eigenschaften vielleicht noch ver-/ gestärkt, andere geraten ins Hintertreffen... ganz bestimmt ist dabei auch massgeblich, welche Werte und Meinung unsere Eltern vertreten.
Aber: ich glaube auch, dass sich Veranlagungen immer nur zu einem gewissen Teil "korrigieren" lassen. Wenn jemand zum Beispiel nicht besonders sportlich ist, dann können die Eltern einen zu sämtlichen Sportvereinen schicken - vielleicht ist da auch etwas dabei, das dann auch wirklich Spaß macht. Aber die Sportskanone, die gerne jede Challenge annimmt, die es kaum erwarten kann, bis der Sportunterricht beginnt, der alles ohne grosses üben leicht gelingt - ich glaube, das wird man nie, wenn man seine Veranlagungen eher ausserhalb des Sports hat.
Oder ein anderes Beispiel: naturwissenschaftliche Fächer haben mir nie gelegen. Ich war immer in den musischen Fächern "daheim". Natürlich gehört aber Mathe, Physik und Chemie dazu. Und ich hatte auch tatsächlich Zeiten in der Schule, in denen ich in diesen Fächern sehr gute Noten hatte...aber im Grunde nur deshalb, weil ich immer sehr fleißig und diszipliniert gelernt habe (und, gerade was Physik betraf, gut auswendig lernen konnte... leider hat das mit wirklichem verstehen / begreifen wenig zu tun, weshalb ich dann auch Physik abgewählt habe)- also ja, ich habe das Abi geschafft, aber gerade in diesen Fächern musste ich mir gute Noten hart erarbeiten, im Gegensatz zu deutsch und anderen Sprachen, wo mir alles zugeflogen ist.
Und ähnlich ist es bei den Eigenschaften, die im sozialen Kontext stehen. Empathie, Feingefühl, Egoismus, Hilfsbereitschaft ...all das kann man "trainieren", aber jemand, der nicht empathisch veranlagt ist, der wird es auch nie vollkommen sein - ist zumindest meine Meinung. Und ich frage mich: was ist daran schlimm?
Klar, wir Eltern wollen "nur das Beste" für unsere Kids, wir wollen, dass es gute, tolle Menschen werden (was ich für meine Kinder hoffe, habe ich ja bereits im post "Was meine Kinder einmal von mir denken sollen" - dem post mit der zweithöchsten Klickanzahl in 2018 - geschrieben)...aber WER entscheidet denn, was gut und was schlecht ist, was "das Beste" ist - oder eben nicht. Ich wage mal die provokante Aussage, dass wir Eltern bei dem Versuch das Beste für unsere Kinder zu tun, nicht immer unbedingt das Beste für unsere Kinder tun.
Konkret ist es so: kürzlich waren wir bei einer Familie zu Besuch. Wir Eltern kennen uns sehr gut und mögen uns. Mit dem einen der beiden Kinder werden meine zwei allerdings nie ganz "warm". Es ist ein Kind, das einige komplett andere Interessen hat als meine beiden Kinder, gerne im Mittelpunkt steht (und auch gewöhnt ist, vieles was es will zu bekommen) und na ja, wahrscheinlich auch nicht unbedingt sehr viel Feingefühl oder Sozialkompetenz besitzt. Das ist - nebenbei gesagt - auch überhaupt nicht abwertend gemeint. Es ist halt so. Und so kam es, wie es (so oft) kommen musste: das Kind sagte etwas, was meine beiden (zugegeben ohnehin sehr sensiblen und zum dortigen Zeitpunkt auch sehr müden) Kinder sehr gekränkt hat. Als mich die Eltern fragten, was passiert sei, dass meine Kinder weinen , erzählte ich es und die beiden sagten mir, dass sie mit dem Kind ein ernstes Wort sprechen würden, dass so was gar nicht geht usw. Das ist ihr gutes Recht und wahrscheinlich würde ich als Mama das im umgekehrten Fall auch tun. Nur denke ich, dass man aus dieser Streiterei zwischen Kindern keinen Staatsakt machen muss. Letztlich ist das etwas, was jedes Kind mitmachen muss und was auch gut für seine Entwicklung ist: die Erfahrung, dass man sich nicht immer gut mit anderen versteht, aber auch dass man akzeptieren muss, wenn man keinen Draht zueinander findet, dass es Menschen gibt, mit denen man nie Freunde wird und auch, dass man sich selbst wehren muss - mit Worten). Also denke ich, dass diese Erfahrung für meine Kids keine tolle war, aber eine wichtige und lehrreiche. Und ich denke auch, dass meine Kinder nie eine enge Bindung zu diesem Kind aufbauen werden - aber müssen sie das, nur weil die Eltern sich gut verstehen? Nö. Und ich finde, es ist entspannter für alle beiden Elternpaare, wenn wir dies einfach auch akzeptieren. Natürlich sollen keine Schimpfworte fallen und körperlich oder verbal verletzt weden ...aber ich denke, in diesem speziellen Fall können wir Eltern auch nicht erwarten, dass alle Kinder 3 Stunden in völliger Eintracht gerne zusammen spielen (so wie es bei anderen Spielkameraden ist). Also: mit Kindern über Fehlverhalten sprechen ist wichtig und richtig, aber in gewisser Weise sollten wir Eltern auch akzeptieren, dass manche Dinge - und so auch manche Eigenschaften unserer Kinder - eben sind wie sie sind. Und daher auch nicht frustriert sein sollen, wenn beim nächsten Besuch wieder das gleiche passiert. Meine Meinung zumindest.
Und um darauf zurückzukommen: ja, das Kind hat wenig Feingefühl und Empathie (das hat es schon oft genug "bewiesen"). Aber dafür kann ich mir gut vorstellen, dass es in beruflicher Hinsicht später einmal gut vorankommen wird, weil es klare Vorstellungen hat und seine Ziele verfolgen wird. In einigen Situationen wird es so bestimmt besser zurechtkommen als andere.
Und wenn man mal genauer darüber nachdenkt: JEDE Eigenschaft hat seine positiven und negativen Seiten. Ich bin zum Beispiel chaotisch. Und manchmal ärgert mich das selbst, dass ich immer viele Dinge im Kopf habe, vieles zeitgleich tue und mich dabei auch nicht selten verzettele. Ich wäre dann gerne strukturierter und pünktlicher. Aber dadurch, dass ich chaotisch bin, bin ich auch ziemlich flexibel und spontan, offen für neues, lasse mich - bei guter Argumentation - auch von meiner Meinung abbringen, bin vielseitig interessiert und vielleicht auch wegen meinem chaotischen Verhalten liebenswürdig (das müssen aber andere beurteilen).
Ich bin jemand, mit sehr grosser Empathie und sehr hohem Feingefühl. Das hilft mir ungemein im Job, wo ich mich permanent in andere hineinversetzen muss. Wo ich leicht mit anderen Smalltalk halten kann und auf eine "Wellenlänge" kommen kann. Aber es ist auch eine Eigenschaft, die mich oft grübeln lässt. Ganz oft über die Probleme anderer Menschen, weil ich mich eben gut hineinversetzen kann und weil sie mir halt auch nicht egal sind. Das raubt mir Zeit - für mich selbst und für meine Familie...und doch hilft es mir, klare Entscheidungen zu treffen, mir selbst ein deutlicheres Bild zu machen und meine Arbeit effizienter und besser zu machen.
Mein Fazit: es gibt nicht immer schwarz oder weiss, sondern im Grunde am allermeisten grau. Es gibt nicht immer nur eine Sichtweise, sondern mehrere Seiten an einer Sache, wie beispielsweise einer Eigenschaft. Und so ist es sinnvoll, wenn wir Eltern lernen zu akzeptieren, dass wir bestimmte Eigenschaften an unseren Kindern nicht komplett ändern oder abschaffen können - auch wenn sie uns ein Dorn im Auge sind und wir es gerne anders hätten. Ich weiß selbst - das ist alles andere als einfach und oft genug auch ein langer Prozess, aber am Ende lässt es uns alle besser und harmonischer miteinander umgehen. Und was gibt es schöneres für Kinder, und auch für alle Menschen zu wissen, dass man geliebt wird, so wie man ist...?
Unsere Kinder sind letztlich wie wir alle: unvollkommen ...und dabei einzigartig, wundervoll und perfekt 😊.
Ihr Lieben,
heute ist der zweite Weihnachtsfeiertag und ich muss sagen: bis jetzt ist es das herrlichste, entspannteste, gemütlichste Weihnachten seit langem. Keine Hektik, kein Stress - wahrscheinlich auch, weil wir im Vorfeld gut organisiert haben (nicht wie es so oft meine Natur ist...alles auf den letzten Drücker....) Und auch die Treffen mit den Menschen, mit denen wir Weihnachten feiern und die uns wichtig sind, sind dieses Jahr über die Feiertage super verteilt.
Was vor allem super schön ist: unsere Kinder haben sich sehr über ihre Geschenke gefreut und sind seit heilig Abend am spielen. Mal mit uns, mal alleine und wir Eltern hatten auch bereits ausgiebig Zeit zum entspannen - ich wünsche euch allen, dass es euch ähnlich geht und ihr die freien Tage geniesst!
Weihnachten. Das Fest der Liebe, der Familie und Freunde. Des innehaltens, nachdenkens, Themen und Situationen überdenkens. Des verzeihens. Mit diesem letzten Thema habe ich mich besonders vor Weihnachten, im Advent, beschäftigt. Denn ich habe es selbst - verziehen. Es war ein (langer) Weg, ein Prozess, der seine Zeit gebraucht hat und in dem ich mir selbst über einiges klar werden musste...mit mir - auch in dieser Hinsicht - ins reine kommen musste.
Dabei klingt es immer so einfach, "verzeihen". Und ist aber alles andere als leicht und daher auch nichts was man leichtfertig (und wirklich, ernsthaft) tut vor allem, wenn die Enttäuschung oder der Schmerz tief sitzt.
Ich hatte eine Freundin aus Kindertagen. Eine, mit der ich in der Tat durch dick und dünn gegangen bin, mit der ich aufgewachsen bin und ja, ich habe eine wirklich tolle, traumhafte Kindheit gehabt. Und ich bin davon überzeugt, dass mich diese tolle Kindheit auch in meinem Erwachsenenleben geprägt hat und für manche Situationen und Schicksalsschläge gestärkt hat. Meine damalige Freundin und ich waren unzertrennlich, kannten uns in- und auswendig - oft hat es nicht mal Worte gebraucht um den anderen zu verstehen oder zu wissen, was los ist.
Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich diese starke Bindung zu ihr einmal verlieren würde.
Aber so war es. Zunächst schleichend, weil wir unterschiedliche Schulen besuchten, dann mit einem Paukenschlag. Sie hat etwas getan, was einen grossen Vertrauensbruch dargestellt hat. Etwas wirklich heftiges, das eine weitere Freundschaft unmöglich gemacht hat. Und dabei habe ich es nicht mal von ihr erfahren, sondern durch Zufall von jemand anderem. Was es war, tut hier nichts mehr zur Sache. Ich betone es nur deshalb so, um zu verdeutlichen, dass es eben keine Kleinigkeit war und ich nicht launisch oder überreagiert habe. Meine Freundin hat mich damit unglaublich verletzt, zugegeben in einer Zeit, in der ich durch den plötzlichen Tod meiner Mutter ohnehin sehr verletzlich und verwundbar war. Es hat mir buchstäblich den Boden unter den Füßen weggerissen , sie - als enge Vertraute - nun auch noch zu verlieren.
Viele Jahre war ich geschockt, dann wütend, dann rasend, masslos enttäuscht und irgendwann nur noch unendlich traurig. Und dann - irgendwann, viele Jahre später - war meine Wut verraucht und meine Traurigkeit gewichen. Ich hatte mein Leben neu geordnet, habe wertvolle, wichtige Menschen getroffen aus denen enge, tolle Freundschaften entstanden sind. Aber immer, wenn ich durch meinen ehemaligen Heimatort fahre, läuft vor meinem inneren Auge ein kleiner Film ab. Überall sind Erinnerungen an eine schöne, längst vergangene Zeit und nicht selten sind diese auch mit der damaligen Freundin verbunden. Ich hab mir selbst die Frage gestellt, wie ich heute über sie, über den Vertrauensbruch und all das was war denke. Und ich habe festgestellt , dass da vor allem eines nicht mehr ist: Groll, Wut oder Ärger. Und auch ganz bewusst habe ich mich selbst dazu entschieden, nicht mehr wütend zu sein...und schon gar nicht zu verbittern. Das Leben ist einfach zu kurz dafür - findet ihr nicht?
Und so habe ich bereits letztes Jahr beschlossen, ihr ein paar Zeilen zu schreiben. Sie hat im Dezember Geburtstag und das wollte ich als Anlass nehmen. Aber letztes Jahr ist, wie ihr wisst, mein Schwiegervater verstorben und vieles - auch mein Brief an sie - ist dabei in den Hintergrund gerutscht. Diesen Dezember allerdings hatte ich mir ja aber ganz fest vorgenommen, Dinge, die mir wichtig sind, zu tun und nicht aufzuschieben. Und so habe ich mich hingesetzt und einen Brief an sie geschrieben.
Ich habe darin nichts beschönigt und ihr auch ganz deutlich mitgeteilt, wie es mir damals ging und wie ich gefühlt und gedacht habe. Ich bin der Meinung dass ich ihr das sogar schuldig bin, sodass sie zumindest eine Chance hat, mich zu verstehen...und vielleicht hat sie ja manchmal auch an mich gedacht und sich gefragt, wie alles so kommen konnte und was ich denke. Aber - und das war die Kernaussage meines (langen)Briefes - ich habe ihr geschrieben, dass ich ihr längst verziehen habe...und viel mehr noch, ich habe mich bei ihr bedankt! Bedankt für eine wirklich wundervolle Freundschaft damals und eine tatsächlich sehr schöne Kindheit. Und dies war mir auch ein sehr wichtiges Bedürfnis.
Heute - mit einigem Zeitabstand - sehe ich manches anders und vieles klarer. Und ich finde es ist nie zu spät, unausgesprochenes auszusprechen. Ich habe ihr einen Brief geschrieben, da ich nicht weiss, ob ich all das aus dem Brief in einem persönlichen Gespräch richtig in Worte hätte fassen können und ob ich mich überhaupt getraut hätte all das anzusprechen. Was war mein Ziel mit diesem Brief? Ganz einfach: ich habe tatsächlich und wahrhaftig verziehen, mein Herz ist nicht mehr voll Ärger, wenn ich ihren Namen höre oder an sie denke und meine Seele hat tatsächlich Frieden gefunden. Ich glaube nicht, dass wir noch einmal enge Freunde werden, denn dazu ist unser beider Leben viel zu unterschiedlich, ich habe viele wirklich sehr gute Freunde ohnehin und ich glaube auch, dass nach den vielen Jahren (über zwei Jahrzehnte...!) ein anknüpfen auch gar nicht mehr möglich oder nötig ist. Ich wollte mit dem Brief nur das geklärt und abgeschlossen haben - für sie und für mich. Uns beiden somit die Möglichkeit geben, diese unausgesprochene, ungeklärte Situation für uns beide abzuschließen und unseren Frieden damit zu machen.
Es ist doch so: jeder kennt jemanden, mit dem man sich (noch) nicht ausgesprochen hat, wo eine unsichtbare Wand dazwischen steht, weil man sich nicht traut, Dinge offen anzusprechen, über Gefühle und Meinungen zu reden. Wenn man sich dann mal (zufällig) sieht, ist es immer eine überspannte, unangenehme Situation, eine, aus der man sich am liebsten gleich herausziehen wollen würde. Manchmal geht es ja, so zu tun, als hätte man den anderen nicht gesehen...aber mal ehrlich: erwachsenes Verhalten geht anders...und eine Lösung des Problems ist es auch nicht. Und ich denke, dass ein "verzeihen" nicht so hoppla hop geht und es nicht richtig ist, vorschnell zu verzeihen. Man soll sich und seine Gefühle ja nicht selbst verleugnen, denn ich finde es ist wichtig, dass man sich selbst gut fühlt. Alles andere ist auch keine gute Basis für die Fortführung egal welcher Beziehung. Aber nach der Zeit des Trauerns, des Wütend-seins ist es auch wichtig, wieder Ruhe und Freude einkehren zu lassen und seinen inneren Frieden damit zu machen und zu finden. Sonst frisst dich das irgendwann selbst auf. Du bleibst wütend und vielleicht sogar verbittert und das kann keiner wirklich selbst für sich wollen. Es ist nicht immer leicht, das einem selbst das gelingt und bestimmt gibt es auch Situationen oder Fälle, in denen es nie gelingt. Aber ein Versuch, wirklich und wahrhaftig zu verzeihen, ist es wert.
Was aus dem Brief geworden ist? Nun. Er lag ein paar Tage unangerührt auf meinem Tisch. Dann habe ich ihn frankiert. Und schliesslich zögernd eingeschmissen.
Am Morgen des 24.12. lag ein kleiner Brief im Briefkasten. Er war von ihr. Sie schrieb, dass sie überrascht ist, Post von mir zu bekommen, dass sie sich aber freut und sehr gespannt ist, denn sie will ihn erst am heilig Abend öffnen. Ich weiß also, dass sie den Brief erhalten hat. Ob es mir wirklich gelungen ist , dass sie mich richtig versteht, ob sie sich nach lesen des Briefes immernoch freut und den Brief so auffasst, wie er gemeint ist...das weiss ich nicht. Ich kann es nur inständig hoffen ...aber das liegt nun nicht mehr in meiner Macht.
Ich habe ihr am Ende des Briefes geschrieben, dass ich mir gerade vorstelle wie sie jetzt lächelt und dass es mich sehr freuen würde, wenn es tatsächlich so wäre.
Und wenn ich das nächste mal durch meinen Heimatort fahre, werde ich an sie denken...und lächeln.
In diesem Sinne , Ihr Lieben
FROHE WEIHNACHTEN
Ihr Lieben,
Ja, mich gibt es noch. Alles ist gut, uns geht es gut...
Und ich hab mich den gesamten November nicht ein Mal gemeldet. Einen ganzen, vollen Monat nicht. Das gab es noch nie, seit ich blogge. Was war der Grund?
1. Ich hatte zwar ein, zwei Ideen über was ich schreiben könnte, die mich aber nicht so ganz "überzeugt" haben. Und ich bin ja nicht hier, um über Dinge zu schreiben, die mich nicht wirklich beschäftigen oder über die ich schreibe, weil ich unbedingt und krampfhaft bloggen will...da stehe ich dann nicht dahinter und meine Meinung ist es dann einfach, es sein zu lassen, als nur zu schreiben, um irgendwas geschrieben zu haben.
2. Ich hatte KEINE Zeit.
Zeit ist auch tatsächlich das Thema, das mich aktuell am stärksten umtreibt. Mein November war wirklich mega voll. Voll von Verpflichtungen, voll von (sehr vielen, meist auch sehr spät endenden und superlustigen) Treffen mit lieben Menschen, voll mit Terminen und Events. Irgendwann, mitten im dem ganzen Trubel dachte ich: Irgendwie hat sich der "Termin-Stress-Monat" Dezember sich bei mir auf den November gelegt.
Aufgefallen ist mir das, als eine Mama am Sonntag Abend nach einem Spieldate für unsere beiden Töchter in der kommenden Woche fragte und ich feststellen musste, dass die folgende Woche schon heillos ausgebucht war, bevor sie richtig angefangen hatte.
Und kurz darauf ging es mir - einem wirklich geselligen Menschen mit vielen Freunden und Bekannten und entsprechend immer Lust auf Gespräche/ Treffen / Kontakte - so, dass ich eines nachmittags feststellte, dass ich nur einen Abend in der Woche zu Hause bin (und da dann entsprechend viel zu erledigen habe - also chillen Fehlanzeige) und ich dachte mir nur so: oh nein, ich will am liebsten einfach zu Hause bleiben und "wohnen"...es waren tatsächlich allesamt sehr schöne Abende, aber erst mal hatte och nicht viel Lust hinzugehen.
Ich erzählte ein paar Bekannten von meinem vollen Kalender und stellte fest, dass es im Grunde allen sehr ähnlich oder gar gleich ging. Hat sich der Vorweihnachtstrubel denn ganz still und heimlich auch auf den November ausgebreitet??? Dieses Jahr war es zumindest bei mir so.
Ich finde, wenn eine Freundin absagt, weil die Kids krank geworden sind und Du das grundsätzlich zwar schade findest, aber auch ehrlicherweise in erster Linie sehr erleichtert bist, weil dann einfach ein ruhiger Nachmittag ohne Besuch oder "Programm" sondern nur mit spielen und vor sich hin werkeln bevorsteht, dann ist das doch echt ein Zeichen, oder?
Ganz klar: es ist vor allem für mich ein Zeichen, dass ich besser planen sollte. Es ist ebenso ein Zeichen, dass ich auch mal "nein" sagen sollte (was mir wirklich extrem schwer fällt, zumal ich mittlerweile ausnahmslos nur noch Kontakt mit Menschen habe, mich mit ihnen treffe und mir Zeit nehme, die mir wirklich wichtig sind und die ich gern habe). Und es ist ein Zeichen, dass ich mir wieder mehr (Verschnauf-) Pausen einbauen sollte.
Jedenfalls freue ich mich jetzt, dass ich im Dezember bei weitem nicht mehr so viel Abendtermine habe, wie im November. Das entspannt mich nämlich, einfach gemütlich zu Hause sein zu können. Aber generell kann ich sagen, dass auch schon jetzt wieder die Nachmittage gut gefüllt sind. Aber umgekehrt: ist die Vorweihnachtszeit nicht dazu da, mit lieben Menschen Zeit zu verbringen?
Im letzten Jahr war die Adventszeit für mich eine Zeit im Ausnahmezustand, in tiefer Trauer. Irgendwann im Januar stellte ich fest, dass ich im Grunde gar nicht mit meinen Kids Plätzchen gebacken hatte, dass wir nicht einmal einen Weihnachtsmarkt besucht hatten, von Weihnachtsfeiern ganz zu schweigen. Die Adventszeit war an mir vorbeigerauscht, ohne dass es mir bewusst war. Und ich nahm mir vor, es dieses Jahr anders zu tun.
Bis jetzt ist mir das gut gelungen. Ich war mit einer Freundin und unseren Kids diese Woche abends auf einem Weihnachtsmarkt. Dort habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Maroni probiert, wir haben Punsch getrunken und Flammkuchen gegessen. Davor noch ein Museum besucht, das eine Ausstellung von Andy Warhol zeigt und das erstaunlicherweise auch unseren Kindern sehr gut gefallen hat und auf Interesse gestoßen ist. Es war ein toller Nachmittag/ Abend. Und wie meine Freundin so treffend sagte: es war supergut zum abschalten.
Kommende Woche freue ich mich auf eine Weihnachtsfeier abends mit meinem Verein und an den Nachmittagen habe ich vor, zum ersten Mal überhaupt ein Lebkuchenhaus mit meinen Kindern zu machen (wish me luck). Ausserdem gibt es eine Backparty mit meiner Tochter und deren 4 Freundinnen, sowie meinem Sohn. Das wird ein Spaß...vor allem das putzen danach 😂. Morgen sind wir bei Freunden eingeladen und dorthin wird dann auch der Nikolaus kommen - etwas, an das meine beiden Kids noch voll glauben (mal sehen, wie lange noch). Und ansonsten werden wir hoffentlich noch ganz viele Nachmittage einfach nur mit spielen und chillen verbringen....
In diesem Sinne wünsche ich Euch eine ganz schöne, besinnliche VORWEIHNACHTSZEIT!
Natascha